Los 1045
Fibel aus vergoldetem Silber in Gestalt eines Kreuzes, darauf Odin und seine Raben, wikingisch, 10. Jhdt.
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Tatzenkreuz mit kreisrunder Durchlochung in der Mitte, darüber auf der Schauseite ein mugeliger Cabochon aus Bergkristall mit Krempe gefasst. In den Kreuzarmen im Jelling-Stil ein Geflecht aus stilisierten, bandförmigen Tierkörpern, In der oberen Hälfte Hugin und Munin, deren Köpfe das Haupt Odins flankieren und diesem die Beobachtungen ihres täglichen Ausflugs in die Ohren flüstern, darunter zwei weitere Tiere, deren geöffnete Maulspalten in ein separates, in sich geschlossenes Flechtwerk beißen. Der Kopf Odins im Relief markant stilisiert mit Schnurrbart und spitzem Kinnbart, Lippen, Wangen, Augen, Brauen und Kopfhaar deutlich gekennzeichnet. Die Köpfe Hugins und Munins mit vorne spiralförmig eingerollten Schnäbeln. Oberschnabel und Unterschnabel deutlich getrennt, ersterer mit Kennzeichnung der Nasenöffung. Dahinter die Augen, zwei „Nackenschöpfe" laufen nach unten spitz aufeinander zu und verbinden sich. Unterhalb der Augen ziehen am zentralen Cabochon schräg die bandförmigen, stilisierten Leiber vorbei, die im linken und rechten Kreuzarm in einem kompliziertem Flechtwerk serpentinenartig schräg nach oben und unten verlaufend mit den Körpern der unteren Tiere verbunden sind und abrupt hinter den Gliedmaßen der unteren Tiere abschließen. Deren Körper verlaufen in waagrechten "Serpentinen". In den Enden der Kreuzarme Tierfüße, die zu den unteren Tieren gehören. Im unteren Kreuzarm von schräg oben kommend die Leiber der unteren Tiere, die sich im oberen Teil überkreuzen und in den Köpfen mit geöffneten Maulspalten enden. Die Mäuler verbeißen sich in ein Geflecht, das einen „unendlichen Knoten" mit vier kreuzförmig angeordneten Windungen bildet. Tierleiber und Flechtwerk seitlich mit Randlinien und innen mit einer Reihe eng gesetzter Punkte. Auf der Rückseite auf dem oberen Kreuzarm ein Backenscharnier für die Aufnahme der Nadel, auf dem unteren Kreuzarm die umgebogene Nadelrast. Dort auch feine Kratzer, teils von einer groben, unsachgemäßen Reinigung der Oberfläche herrührend, vermutlich um Auflagen aus Eisenoxyden zu entfernen, die von der Korrosion der ursprünglich vorhandenen Eisennadel herrührten. Auch auf der Vorderseite partiell minimale Auflagen aus Eisenoxyd, diese aber ungleich dezenter und sachgemäß gereinigt, ohne die Bildinhalte zu beschädigen. Die Vorderseite teilweise mit leichtem Abrieb und Benutzungsspuren. Die Oberfläche des Bergkristalls auf der Schauseite durch Trage- und Stoßspuren rauh geworden, auf der Rückseite noch völlig glatt. Höhe 6,6 cm. Breite 6,4 cm. Ein außergewöhnlich schönes Exemplar wikingerzeitlichen Schmucks mit raffiniert gearbeiteten figürlichen Darstellungen und Ornamenten im Jelling-Stil, das zugleich eine zeittypische Kombination aus christlicher und heidnischer Symbolik darstellt. KULTURGUT! Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung, übernommen in den späten 90er Jahren aus der Sammlung des Vaters.Zustand: II + Fragen zum Los?