Los 1025
Früheisenzeitlcher Komplex mit diversem Bronzeschmuck, Südosteuropa, 7. Jhdt. v. Chr.
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Wohl zusammengehöriger Komplex aus Bronzeschmuck mit Typen, die zum großen Teil dem Spektrum der sogenannten Graeco-Mazedonischen Bronzen angehören (Bouzek, Jan 1974: Graeco-Macedonian Bronzes. Prag). Das auffällige Vorkommen von vier eindeutig zusammengehörigen Paaren von Ringschmuck sowie die großteils gleichartig beschaffene Oberfläche sprechen dafür, dass es sich um den weitestgehend vollständig vorhandenen metallischen Besatz einer früheisenzeitlichen Tracht handelt, wobei einzelne Elemente eindeutig in spätbronzezeitlicher bzw. urnenfelderzeitlicher Tradition stehen (z. B. unten die Nummern 1-4 und 9). Im Einzelnen: 1-2) Paar hoher Spiralarmringe mit 15 Windungen (Bouzek Gruppe 11.I.A) und Ritzverzierung auf den drei oberen und unteren Spiralwindungen. Höhe je ca. 7 cm, Durchmesser je ca. 6,5 cm. 3-4) Paar niedriger Spiralarmringe mit 7 Windungen ohne Verzierung. Höhe je ca. 2,5 cm, Durchmesser je ca. 6 cm. 5-6) Paar einfacher Armringe mit 1 1/2 Windungen (Bouzek Gruppe 11.1.B). Außen- und Innenseite leicht gewölbt, die Außenseite stärker, oben und unten deutliche Kanten mit weichem Umbruch. An einem Endstück Reste von Ritzverzierung erkennbar. Durchmesser je 7 cm. 7-8) Paar geschlossener Armringe von 1,5 cm Breite, außen leicht gewölbt, scharfe Kanten und innen rauhe Hohlkehle. Durchmesser 7,5 cm. 9) Früheisenzeitliche Fibel aus zwei zehnwindigen Spiralscheiben, diese s-förmig miteinander verbunden und in der Mitte leicht kegelförmig erhöht (Bouzek Gruppe 12.A „Brillenfibeln“). Die Endstücke durch kleine Öffnungen in der Mitte auf die Unterseite geführt, wo sie zu einer Nadelrast und einem Nadelhalter gebogen sind. Eisenoxide an Nadelrast und Nadelhalter zeigen, dass die Fibel zweiteilig war und die separat gefertigte Nadel aus Eisen bestanden hat, aber nicht mehr erhalten ist. Länge 11,5 cm. 10-13) Drei kegelförmige Anhänger mit je drei stabförmigen Klöppeln am unteren Ende (Bouzek Gruppe 7.E „Makedonische Glockenanhänger“). Oben unterhalb der Öse durch Rippen profiliert, am unteren Ende der Kegel feine Ritzverzierung aus horizontalen Linien, darunter je drei Ösen für die beweglichen Klöppel, die am Ende durch Einschnürungen profiliert sind. Länge 12 cm (2x) und 9 cm. 14-15) Zwei Zierknöpfe in Form eines Tatzenkreuzes mit bandförmigem Durchzug auf der Rückseite. Auf der Vorderseite Kreisaugen auf den Kreuzarmen, im Zentrum ein Buckel, bei einem Exemplar getreppt. Breite je 3,1 cm. 16) Gewölbter Zierknopf mit fünf Rundeln am Rand (bei Bouzek erst ab 6 Rundeln, Gruppen 13.E1-E3). Breite 3,3 cm. 17) Drei verbundene Zierknöpfe in Gestalt von Tatzenkreuzen mit außen gerundeten Armen (Bouzek Gruppe 13.F). In der Mitte der drei Kreuze jeweils Kreisaugen, auf der Rückseite alle durch breites Band verbunden. Zwischen Band und Knöpfen Stege, so dass drei Durchzüge entstehen. Länge 5,4 cm. 18) Radförmiger Anhänger mit Kreuz und vier Durchbrüchen in der Mitte, außen breites Band mit Kreisaugen (Bouzek Gruppe 13.B). Ohne Durchzug auf Rückseite. Breite 5,5 cm. 19) Scheibenförmiger Anhänger mit zentralem Buckel, vier kleinen, mandelförmigen Durchbrüchen und zwei bandförmigen Durchzügen auf der Rückseite. Breite 4,2 cm. 20) Massive, doppelkonische Perle mit wulstigem Rand (Bouzek, Gruppe 10.E2). Länge 2,8 cm. 21) Ungewöhnlicher Anhänger mit Schlitz auf der Vorderseite und zwei seitlichen Durchbohrungen, dessen Form an die Vogelkörper anderer Anhängergruppen erinnert, ohne jedoch Kopf und Schwanz zu besitzen. Die Betonung der Seiten durch Löcher oder Knuppen kommt dort auch vor. Länge 4,5 cm. Alle Stücke mit leicht rauer Oberfläche aufgrund von Oxidauflagen und Inkrustationen. KULTURGUT! Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung, erworben im Oktober 2012 bei Hermann Historica, Auktion 65, Los 447. Zuvor Wiener Privatsammlung.Zustand: II - Fragen zum Los?