Los 931
Doppelgefäß aus Impasto mit Handhabe in Gestalt von Zentauren, etruskisch, 7. Jhdt. v. Chr.
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Sienabraune Impasto-Keramik. Zwei konische Becher mit kleinem Boden und leicht gewölbter Wandung. Der Rand oben flach, bei nur einem Becher mit minimal ausgestellter Randlippe. Beide scheibengedrehte Gefäße im lederharten Zustand durch u-förmige Tonscheibe miteinander verbunden, darüber Säule, die stilisiert die Hinterläufe von zwei Rücken an Rücken positionierten Zentauren darstellt. Die Zentauren mit einem im Querschnitt ovalen, horizontal verlaufendem Hinterleib, der vorne in zwei v-förmig gegabelte Beine übergeht. Die Beine auf zwei breiten Stegen stehend, die am Ansatz zu den Gefäßrändern je eine auswärtsgerichtete Knubbe besitzen. Brust und Hals der Zentauren als senkrechte Platten – zinnfigurenartig – über den Vorderbeinen gestaltet. Darauf die Köpfe der Zentauren mit Nase, Bart, Augen und Ohren. Nase, Ohren und Bart plastisch gestaltet. Die Augen eingeritzt. Zwischen den Oberleibern der Zentauren zwei nach oben gebogene Bügel, die außen im Nacken der Zentauren enden und in der Mitte in eine Säule konvergieren, die aus den Rücken an Rücken stehenden Hinterleibern hervorgeht. Möglicherweise als Schweife der Zentauren zu deuten, vor allem im Hinblick auf die hochgestellten Schweife der Pferde auf den Bechern. Die Oberfläche der Becher und die Zentauren ritzverziert. Auf den Bechern außen ein Bildfeld, das durch Doppelinien mit Wellenlinie dazwischen oben und seitlich hinten begrenzt ist. Diese Begrenzung auf der Innenseite am unteren Rand weitergeführt. Im außen so eingerahmten Bildfeld zwei stilisierte Pferde mit zebra-artig gestreiftem Körper. Die Beine der Pferde überkreuzen sich in der Mitte des Bildes und überkreuzen auch die Einrahmung am Rand der Szene. Über den Pferden ein Band aus ineinander verschränkten, aber nicht verbundenen, liegenden S-Ornamenten, die einem laufenden Hund ähneln, aber nicht zu wellenartigen Voluten verbunden sind. Vorderbeine und Brustbereich der Zentauren gestreift, wie die Pferde auf den Bechern. Vom Maul ausgehend ein nach hinten geführtes Band mit halbkreisförmigen Bögen am unteren Rand, ferner vom Hinterkopf zum Maul geführte Ritzlinien, die wirken, als sollten sie ein Kopfzaumzeug darstellen. Die Darstellung erweckt den Eindruck, als wären geschirrte und aufgezäumte Zentauren dargestellt. Das gesamte Gefäß mit Inkrustationen bedeckt. Die einst im lederharten Zustand angefügten Ohren bei einem Zentauren abgeplatzt, beim anderen vorhanden, wobei eines bestoßen ist. Ansonsten ausgezeichneter Zustand ohne Brüche. Höhe der Becher 10,8 cm und 11,2 cm, Durchmesser je 15,2 cm. Gesamthöhe 22 cm. KULTURGUT! Provenienz: Oberösterreichische Privatsammlung (Nachlass), erworben vom Vater in den 1980er Jahren im österreichischen und süddeutschen Kunsthandel.Zustand: I - II Fragen zum Los?