Los 885
Daumenring eines nubischen Bogenschützen, Spätzeit, Mitte bis Ende 1. Jtsd. v. Chr.
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Auf der Außenseite konisch zurechtgeschliffener Daumenring mit zylindrischer Bohrung in der Mitte, die zu den Mündungen hin minimal erweitert ist. Außendurchmesser an den beiden Enden 3,5 cm und 5 cm. Durchmesser der zentralen Bohrung 2,4 cm. Höhe 3 cm. Das Material eine spezifische Diorit-Varietät, wie sie von typgleichen Exemplaren aus dem Louvre (Inventar-Nr. E14974) oder den National Museums Liverpool (Inventar-Nr. 49.47.822) bekannt ist. Die Ringe dienten nubischen Bogenschützen in ägyptischen Diensten als Schutz beim Dehnen der Bogensehne. Nubier dienten seit der zweiten Hälfte des 3. Jahrtausends in der ägyptischen Armee. In der Spätzeit herrschten Nubier (Eigenbezeichnung Kuschiten) während der 25. Dynastie (744 bis 656 v. Chr.) über Ägypten. Eine Bronzestatue eines kuschitischen Königs des Königreichs Meroe im heutigen Sudan aus dem 1. Jhdt. v. Chr. zeigt den Herrscher mit einem formgleichen Daumenring, der ihn zugleich als militärischen Führer kennzeichnet (Sudanesisches Nationalmuseum in Karthoum – gefunden in den 70er Jahren auf der Nil-Insel Argo im nördlichen Sudan). Vergleichbare Ringe gleichen Typs aus den letzten Jahrhunderten vor Christus stammen aus den Nekropolen der kuschitischen Hauptstadt Meroe. Nahezu perfekte Erhaltung mit nur minimalen Bestoßungen (formschöner und besser erhalten als das Stück im Louvre). KULTURGUT! Provenienz: Aus belgischer Privatsammlung M. K. Zusammengestellt in den 70er Jahren.Zustand: I Fragen zum Los?