Los 4425

Reichskommissar Dr. Carl Peters (1856 - 1918), Gründer Deutsch-Ostafrikas - 37 Briefe und Dokumente von 1908 - 1918 und Telegramm zur Rehabilitierung, 1937

Orden und Militaria bis 1918 | A100m | Präsenzauktion | 531 Lose

Zuschlag € 4.800

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Beschreibung

Schriftverkehr mit Dr. Wilhelm Arning (1856 - 1943), einem Kritiker von Peters, der 1893 - 1896 Arzt der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika war und in gleicher Funktion dort 1914 - 1917 unter Lettow-Vorbeck diente. Von 1907 - 1911 fungierte er als Abgeordneter des Reichstages. Dabei ein eigenhändiger Brief vom 1.2.1908, in dem Peters Arning fragt, worauf dessen Warnung an andere, für Peters einzutreten, beruhe. Dazu eine zeitgenössische Transkription. Drei Schreiben von Dr. Arning an Herrn Wolff (1907/08) bezüglich der Vorwürfe gegen Peters. Notizkarte des Reichstages von Arning an Wolff (6.12.1907) zur Abneigung gegen Peters. Zwei Briefe von O. Wolff an Dr. Arning (27.1.1908, 12.12. 1912) als zeitgenössische Kopien. Brief Arnings an Peters vom 3.2.1908. Weiteres Schreiben von Arning an Peters (5.2.1908). Eigenhändiger Brief von Peters aus dem Hotel Adlon in Berlin (5.2.1908) an Arning bezüglich Warnung vor Peters sowie Arnings Antwort (6.2.1908). Eigenhändige Notizkarte Peters vom Adlon, Berlin. Zwei eigenhändige Briefe (12.5. und 20.5.1908) von Peters an den Industriellen Oscar Wolff (1858 - 1943), darin Mitteilungen zu Bennigsen, Rosenthal, Stölting etc. Eigenhändiger Dankesbrief von Peters an Wolff (1.2.1908). Beschriftete Visitenkarte von Peters (24.3.1916). Eigenhändige Karte von Peters an Wolff vom 21.5.1908. Telegramm an Wolff (26.5.1908): "Meine Klage wegen Verjährung / Strafantrag 1906 abgewiesen / Revision beantragt / Peters". Eigenhändiger Brief von Peters an Wolff (27.5.1908). Festprogramm der Hochzeit mit Foto des Paares, Hochzeitslieder und Hochzeitszeitung (27.2.1909). Graphologisches Gutachten im Auftrag von Wolff (27.3.1912). Acht eigenhändige Briefe von Peters an Wolff von 1911 - 1917, in denen er seine politischen Ansichten ausdrückt ("Es tut mir nur leid, daß ich nicht mehr im Schützengraben fallen kann, nachdem ich einige Dutzend unserer Feinde getödtet habe", 26.8.1916). Brief von Wolff an Peters (13.3.1916). Dazu sieben Blätter Briefwechsel der Ehefrau Thea Peters mit Wolff (1918 - 1920). Außerdem ein Telegramm an Wolff vom 6.11.1937: "Offizielle Rehabilitierung erreicht … Viele Grüße Frau Karl Peters". Partiell leicht beschädigt, Altersspuren. Einzigartiger Nachlass. Carl Peters wurde 1891 zum Reichskommissar für das Kilimandscharogebiet ernannt. Seine Amtsführung vor Ort war durch Grausamkeit gegenüber den Landesbewohnern und der willkürlichen Anwendung der Todesstrafe gekennzeichnet. So wurde Peters 1892 nach Deutschland zurückbeordert, wo man ihn von 1893 - 1895 im Kolonialministerium beschäftigte, während gegen ihn Ermittlungen liefen. Die Untersuchungen des Disziplinargerichts endeten 1897 mit der unehrenhaften Entlassung aus dem Reichsdienst. Peters wich durch erneuten Umzug nach London aus und lebte von 1896 bis 1914 in England, wo er sich mit Goldbergbau in Südafrika befasste. 1909 heiratete er und zu Beginn des Ersten Weltkrieges kehrte er endgültig nach Deutschland zurück, wo er 1918 starb.

Zustand: II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Die Auktion startet am Dienstag, den 7. Mai 2024 um 10:00 Uhr (Los-Nr. 4001 – 4543). Die Vorbesichtigung findet am 03.05 - 04.05 und 06.05. in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München, jeweils von 11 bis 17 Uhr (MEZ), statt. Bitte vereinbaren Sie nach Möglichkeit einen Termin, um Wartezeiten zu vermeiden.