Los 1139
Bronzene Votiv-Stupa mit Reliquienkammer und Darstellungen des Buddha Shakaymuni, flankiert von zwei Adoranten. Pagan-Reich (Myanmar), 12. - 13. Jhdt.
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Quadratischer, abgetreppt profilierter Sockel, darauf Plattform mit quadratischer Säule in der Mitte, davor vier Nischen mit Feuerkranz, in denen je eine Figur des Buddha Shakyamuni in Bhumisparsha-Mudra (Berührung und Anrufung der Erde als Zeugin der Erleuchtung) untergebracht war; in zwei gegenüberliegenden Nischen erhalten, in den beiden anderen fehlend. Die Buddhabildnisse separat gearbeitet und mittels eines vierkantigen Stifts auf der Rückseite in ein Loch in der Mitte des unteren Teils der zentralen Säule befestigt, alle mit dem gleichen Model hergestellt. An den Seiten der Nischen links und rechts je ein im Vergleich zum Buddhabildnis deutlich verkleinert dargestellter, knieender Adorant, die Handflächen zur in Verehrung bezeugender Anjali-Mudra (Namaskara-Mudra) vor der Brust zusammengelegt. Über den Nischen ein Baldachin mit vier Eckakroteren. Darüber die zu einem getreppt abgestuften Konus umgestaltete Kuppel (Symbol für den Weltenberg Meru), die hohl als Reliquiar ausgearbeitetet ist. Die weiteren "architektonischen" Bestandteile der Votivstupa separat gegossen und mit einem Zylinder unterhalb der Basis in die Öffnung dieser konischen Kuppel von oben aufsteckbar. Der aufgesteckte Oberteil unten mit einer balkonartigen, rechteckigen Plattform (Harmika) versehen, die außen durch Pfeiler begrenzt ist, Wohnsitz der 33 Götter in hinduistischer Tradition (oder Kotis als Symbol für 33 verschieden Arten von Gottheiten), darüber ein Konus aus dreizehn übereinander liegenden Schirmen, welche die verschiedenen Himmel repräsentieren, bzw. die 10 Vervollkommnungen und drei achtsamen Geisteszustände, letztere alle um eine zentral gedachte Weltachse in der Mitte angeordnet, die unten den Weltenberg durchdringt. Oben abgeschlossen durch eine Krone: unten mit einer außen dreifach abgestuften Krempe, die innen mit ringförmig angeordneten Lotusblättern bedeckt ist; darüber ein von zwei übereinander liegenden Reihen von Lotusblättern eingeschlossenes, eiförmiges Juwel, dessen Facetten an der Spitze erkennbar sind; Symbol für das Heilsziel des vollkommen von allen irdischen Belangen befreiten Geistes. Das Unterteil hohl mit Resten des tönernen Gusskernes an der Innenseite der Wandung. Oberfläche mit einer wunderschönen und glatten, dunkelgrünen Patina mit minimalen Flecken und Inkrustationen überzogen. Höhe 26 cm, Breite 11,5 cm x 11,5 cm. Abgesehen von den zwei fehlenden Bildnissen des historischen Buddha Shakyamuni ein eindrucksvolles, ausgesprochen gut erhaltenes und seltenes Zeugnis buddhistischer Frömmigkeit des hinterindischen Mittelalters. Die beiden fehlenden Bildnisse Buddhas beeinträchtigen den Gesamteindruck in keiner Weise und könnten von einem geschickten Restaurator ergänzt werden, ohne dass die erhaltene Substanz beschädigt wird. KULTURGUT! Provenienz: Norddeutsche Privatsammlung, erworben bei Gerhard Hirsch NachfolgerZustand: II + Fragen zum Los?