Los 1076
Nachempfindung eines altitalischen Hoplitenschwertes, um 1900
Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose
Beschreibung
Die Form des Griffes mit gebauchten Seiten, die Parierstange und das schildförmige Ortband (abgeleitet von einem peltenförmigen Ortband) sollen ein eisernes Hoplitenschwert mit bronzener Scheide darstellen. Die stilistischen und technischen Merkmale sind dabei nicht völlig konsequent und sachkundig umgesetzt. Die abgesetzte Mündung der Scheide am oberen Rand entspricht zwar ähnlichen Aufsätzen an der Scheide von originalen Hoplitenschwertern. Aber der glockenförmige Abschluss der Scheide, ebenso wie der Knopf auf der Rückseite sind von keltischen Schwertern der Mittleren Latènezeit inspiriert. Das gilt auch für die Umbörtelung des Scheideblechs auf der Vorderseite von hinten her. Der glockenförmige Abschluss der Scheide findet kein Pendant in einer glockenförmigen Parierstange wie bei keltischen Schwertern und bildet somit keinen logischen Abschluss. Die oben, direkt unter der Parierstange eingezogene Klinge entspricht wieder formenkundlich der Klinge von Hoplitenschwertern. Die seitlichen Einlagen aus Bein an Ort und Knauf sind wiederum von Hoplitenschwertern inspiriert. Es fehlt ihnen aber die ausgefeilte Ornamentik, da die Einlagen nur an den Kanten sichtbar sind. Vorder- und Rückseite sind mit geschlossenen, flachen Blechen ohne Durchbruchsarbeit verkleidet, die der komplexen Gestaltung der Ortbänder und Scheidenmündungen von Hoplitenschwertern so nicht entsprechen. Dem Laien bietet sich durchaus die Anmutung eines hochwertigen und selten gut erhaltenen Bodenfunds. Patina, Korrosionen und Löcher in der Scheide sind durchaus überzeugend umgesetzt. Dem Fachmann entlarvt sich das Stück jedoch durch die Mischung von Elementen verschiedener Kulturen mit technisch und stilistisch nicht zueinander passenden Merkmalen, die bei einer gewissen Kenntnis antiker Vorbilder dennoch nicht immer treffsicher nachgeahmt sind. Großteils aus manipulierten, antiken Versatzstücken gefertigt. Der Griff unten abgebrochen und bereits vor längerer Zeit mit einem Stift versehen, jetzt wieder verklebt. Als Stück aus der Sammlung Marzoli immerhin von forschungsgeschichtlichem Interesse. Länge 94,5 cm. Provenienz: Sammlung Axel Guttmann (Nachlass), für diese aus der Sammlung L. Marzoli Ende der 80er Jahre erworben.Zustand: II - III Fragen zum Los?