Los 940

Römischer Gladius vom Typus Pompeji mit Scheidenbeschlägen, 2. Hälfte 1. Jhdt. n. Chr. bis frühes 2. Jhdt. n. Chr.

Kunst, Antiquitäten & Antiken | A109kua | Präsenzauktion | 1190 Lose

Startpreis € 15.000

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Beschreibung

Kurzschwert mit parallelen, gerade verlaufenden Schneiden und triangulärer Spitze. Die 4 cm breite Klinge (klassische Variante des Typs Pompeij) zieht am oberen Ende exakt im rechten Winkel zur Griffangel von 17,8 cm Länge mit rechteckigem Querschnitt ein; diese sich nach oben hin stetig verjüngend, unten 15 mm und oben nur noch 3 mm breit. Am oberen Ende der Griffangel eine 17,5 cm breite, ovale Scheibe aus Bronzeblech vernietet.Die 48 cm lange Klinge mit einem stumpfwinkligen Mittelgrat versehen, von dem aus sich die Klingenstärke kontinuierlich zu den Schneiden hin verjüngt. Die deutlich abgesetzte, 8 cm lange trianguläre Spitze vorne deutlich verdickt, so dass der Querschnitt einen kräftigen, annähernd gleichseitigen Rhombus bildet. Dieses formenkundliche und schmiedetechnische Merkmal findet sich an mehreren Gladii dieses Typs und hatte panzerbrechende Funktion, um die Ringe eines Kettenhemds sprengen zu können oder um leichter die Zwischenräume von Schuppenpanzern oder Schienenpanzern zu durchdringen. Die Oberfläche der Klinge leicht rostnarbig mit minimalen Scharten an den Schneiden. Insgesamt sehr gut erhaltenes Stück, dass den charakteristischen Umriss der Waffe klar erkennen lässt. Fachmännisch konserviert und stabilisiert. Gesamtlänge der Klinge 65,8 cm. Dazugehörig sind ein Ortband und ein Scheidenmundblech aus Kupfer, beide mit deutlichen Spuren von Verzinnung auf Teilen der Oberfläche, die den Beschlägen der Variante "Pettau" angehören. Das Ortband von 11,7 cm Höhe und 5,5 cm Breite ist aus acht vernietenen Blechteilen zusammengesetzt: 1-2) Zwei seitliche, gewölbte Leisten, die oben in zwei Palmetten auslaufen, die den geraden Teil der Scheide unten einfassen. Unten ein halbkugeliger, hohler, und am Rand profilierter Zierknopf , in dem die konvergierenden, seitlichen Leisten verlötetet sind. Auf der Vorderseite ist ein dreieckiges Pressblech eingesetzt, das über einem Model mit einem Bildinhalt versehen worden ist. Oben ein Zierband, "Kordel" mit schräg verlaufenden, verflochten Schnüren oben und unten durch Punktreihe, gefolgt von Doppellinie eingefasst. In der Mitte auf Standfläche die Göttin Minerva mit Speer und Schild. Die Ränder der seitlichen Leisten und des auf diesen durch Lötung fixierten Pressblechs zusätzlich auf beiden Seiten mit einem profilierten Blechstreifen abgedeckt, der oben außerdem mit den darunter liegenden Blechen vernietet ist. Auf der Rückseite ist unterhalb der Palmetten ein Blechstreifen (Breite 1,5 cm) auf die seitlichen Leisten gelötet und zusätzlich an den Ränder vernietet. In der Mitte des Bands ein Nietloch zur Verbindung mit der hölzernen Wand der Schwertscheide. Die Spitze des Ortbands ist rückseitig mit einem kleinen dreieickigen Blech abgedeckt, das nur mit den Leisten und dem Zierknopf verlötet ist. Die Mitte ist offen. Die scharf gereinigte Oberfläche lässt neben Verzinnungsspuren vielfach die kupferfarbene Oberfläche der verwendeten Legierung durchscheinen. Kleinere Löcher im Pressblech und ein Riss in einer Seitenleiste. Das 15,5 cm hohe und 5,2 cm breite Mundblech ist ähnlich komplex konstruiert. Die Vorderseite ist ein rechteckiges Blech, das seitlich gewölbt ist und die Rückseite der Scheide am Rand umklammert. Es gibt keine separat gearbeiteten seitlichen Leisten. Unten laufen die Ecken dieser Blechklammer an den Seiten in löffelförmige Enden aus, die über die Bildfläche der Oberseite hinunterragen. Diese Enden sind jedoch nicht als Palmetten gestaltet, wie beim Ortband. Auf der Rückseite ist das Ortband wieder durch ein Blechband (Breite 2,3 cm) abgeschossen, dass auf die Seitenleisten aufgelötet und zusätzlich vernietet ist. Nach unten hin bleibt das Mundblech auf der Rückseite offen. An der Mündung ist das Blech seitlich geschlitzt und der Rand der Schauseite nach außen gebogen worden, um das Einführen des Schwerts in die Scheide zu erleichtern. An den Seiten sind kleine profilierte, dreieckige Bleche angelötet und verniete, um die Schlitze wieder abzudecken. Auf der vorgebogenen Mündung ist ein Pressblech festgelötet, das mit zwei antithetischen Delphinen zwischen Punkreihen dekoriert ist. In einem nächsten Schritt wurden zwei annähernd quadratische Pressbleche mit identischem Bildinhalt auf die große Blechklammer gelötet. Diese zeigen eine Göttertrias: In der Mitte Minerva mit Speer und Schild, Zur linken eine an eine Säule gelehnte Göttein mit Füllhorn in der angewinkelten Rechten und mit der Linken Früchte in einem Gewandbausch haltend. Die Rechte mit einem Szepter in der Rechten und einem Gegenstand in der Linken (Steuerruder?). Die Ränder dieser Bildbleche sind mit drei Pressblechbändern abgedeckt, deren Verzierung identisch mit derjenigen auf dem Band auf dem Ortband ist: "Kordel", eingefasst von Punktreihen und Doppellinien. Vom mittleren Band nur noch Reste erhalten, das obere deckt auch den Rand des Bandes mit den Delphinen ab. Die drei Bleche mit Kordel sind mit dem Untergrund verlötet. Die vertikalen Ränder aller Zierbleche sind am Rand durch zwei 13,2 cm lange, profilierte Blechbänder abgedeckt. Diese sind verlötet und zusätzlich mit Nieten befestigt, die an den Enden die drei Bleche mit Kordel durchbohren. Die Oberfläche ähnlich beschaffen wie das Ortband, mit kleineren Durchbrüchen, vor allem auf den Reliefhöhen. Auf Höhe der beiden unteren "Kordelbänder" befinden sich hinter dem profilierten Blechband links und rechts Schlitze, die zum Durchführen von Blechbändern dienten, in denen Ringlein zur Aufhängung der Scheide am Schwertgurt befestigt waren. Diese Elemente sind hier jedoch nicht erhalten. Insgesamt ein sehr schönes Exemplar eines klassischen Gladius des Typs Pompeji mit sehr gut erhaltener Eisensubstanz und repräsentativen Scheidenbeschlägen der Variante "Pettau". KULTURGUT! Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz. Aus der nachgelassenen Sammlung des Großvaters, der von den 1960er bis 1970er Jahren eine Spezialsammlung mit einem Schwerpunkt auf vor- und frühgeschichtlichen Waffen zusammengestellt hatte.

Zustand: II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Unsere Auktion "Kunst, Antiquitäten & Antiken" umfasst 1190 Lose und findet am Montag, dem 16. Nov, sowie Dienstag, dem 17. Nov 2026 in unseren Auktionsräumen in Grasbrunn bei München statt. Beginnzeiten, Vorbesichtigungsdaten sowie weitere Informationen finden Sie unten.