Los 8227

Dr. Willy Wiegand - Gerdy Trost - Briefverkehr über den Entwurf der Ritterkreuzurkunden

Orden und Militaria ab 1919 | A108r | Präsenzauktion | 1467 Lose

Zuschlag € 1.600

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Beschreibung

In einem dreiseitigen, maschinengeschriebenen Brief vom 10. Oktober 1939 mit eigenhändiger Tintenunterschrift lobte Gerdy Troost den Entwurf Wiegands für die Urkunden, insbesondere das nachträglich, auf ihre Anregung hin von Wiegand eingefügte Eiserne Kreuz. Es folgen Details über Schrift- und Zeilengrößen, außerdem teilt sie Wiegand mit, welche Anweisungen an Frl. Kobell (Kalligrafin) ergingen. Im Weiteren klärt sie Wiegand darüber auf, wann der Kopf des Hoheitsadler nach rechts (lt. Reichsgesetz von 1935) und wann nach links (wie von Hitler grundsätzlich gewünscht) zu blicken hat. Maschinengeschriebener, signierter Beschwerdebrief (1 1/2 S.) Wiegands an Gerdy Troost vom 21.11.39, Frl. Kobell hätte eine Besprechung über die Ausführung der Ritterkreuzurkunden mit der Erwiderung abgelehnt, "dass sie das alleine könne." Dreiseitiger, maschinengeschriebener und signierter Protestbrief Wiegands an Gerdy Troost vom 21. August 1942 zu dem ihm von Frieda Thiersch übermittelten Veröffentlichungstext über den Entwurf der Ritterkreuzurkunden: "Die Urkunden sind gemeinsam von Frau Prof. Gerdy Troost und Franziska Kobell entworfen, bei der einfachen Ritterkreuzurkunde hat auch Dr. Wiegand mitgearbeitet." Wiegand stellt klar, dass es sich ausschließlich um seine Entwürfe handelt, auch die Urkunden für die höheren Stufen des Ritterkreuzes seien aus seinem Grundentwurf hervorgegangen, Frl. Kobell sei eine von ihm in drei Jahren angelernte Schriftgestalterin und auch Gerdy Troosts Anteil am Entwurf streitet er ab, "Ihr eigener Anteil... hat sich auf Kritik und Beratung in dem gleichen Rahmen beschränkt, in welchem z.B. Auftraggeber und Architekt zusammen arbeiten. Dass auf Ihren Wunsch das Eiserne Kreuz eingefügt wurde, werden Sie selbst wohl kaum als eine wirkliche Mitarbeit am Entwurf bezeichnen wollen." Dazu drei Bleistift-Entwürfe Wiegands für den Festzug "Zweitausend Jahre Deutsche Kultur" in München 1938, für eine Widmungsurkunde an Hitler zum Tag der Deutschen Kunst 1938 sowie einige Schriftproben für Urkunden. Außerdem ein Vorlagestück des Hoheitsadlers für die Eichenlaub- und Schwerter-Kassetten. Willy Wiegand (1884 - 1961), Typograf und Leiter der Bremer Presse, entwarf einige Schriften (z.B. Graeca "Homer"-Type). Für den Entwurf der Schriftblöcke zahlreicher Urkunden des Dritten Reiches wurde er herangezogen, weil er ein Perfektionist in der Genauigkeit des Satzbildes war, und, wenn auch letztlich seine Beteiligung am Entwurf der Ritterkreuzurkunden im Schatten der großen Gerdy Troost unterging und heute nur wenigen bekannt ist, so zeugt die bis heute anhaltende Anerkennung für die Werke der Bremer Presse von seinem großen Können.

Zustand: II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Unsere Auktion "Orden und Militaria ab 1919" umfaßt 1468 Lose und findet am Samstag, den 23. Mai 2026 in unseren Auktionsräumen in Grasbrunn bei München statt. Beginnzeiten, Vorbesichtigungsdaten sowie weitere Informationen finden Sie unten.