Los 4673
Prunkdegen mit fein geschnittenem Kettengefäß, im Stil um 1575, Anton Konrad in Dresden, um 1920/25
Rüstungen, Blankwaffen & antike Feuerwaffen | A108aw | Präsenzauktion | 1129 Lose
Beschreibung
Kräftige, originale Degenklinge um 1600 mit leicht abgeflachtem Mittelgrat. Im oberen Drittel beidseitig tiefe, durchbrochen gearbeitete Kehlung. Die kräftige Fehlschärfe mit terzseitig geschlagener, ungedeuteter Schmiedemarke. Reich durchbrochen gearbeitetes eisernes Gefäß, die Spangen in Form von Kettengliedern gestaltet. Dazwischen Baluster mit fein geschnittenem Maskaron. Feiner Dekor aus silbernen Punkteinlagen. Hilze mit Eisendrahtwicklung und Turkenbünden. Kräftiger, durchbrochen gearbeiteter Knauf. Oberflächen teils mit dunkler Alterspatina, reinigungsbedürftig. Die Parierstangenarme leicht verbogen. Länge 117 cm. Hochwertige Kopie nach dem bekannten Degen Don Juan de Austrias in der Hofjagd- und und Rüstkammer in Wien (A 1106). Der begabte Kunstschlosser Anton Konrad (1879 - 1938) fertigte in den Jahren 1925-38 im Auftrag des Kunsthandels Kahlert zahlreiche prunkvolle Blankwaffen, die auf internationalen Auktionen von Kahlert als Originale angeboten wurden, und damals hohe Preise erzielten. Erst 1948, also zehn Jahre nach dem Tod Konrads wurden seine Arbeiten durch einen Artikel von Hans Schedelmann endgültig als Fälschungen identifiziert. Aufgrund ihrer hohen Qualität erfreuen Sie sich aber auch heute noch großer Wertschätzung und werden zu den besten internationalen Blankwaffen des späten Historismus gerechnet. Siehe Hans Schedelmann, „Kahlert – Konrad. Zur Geschichte eines der grössten Fälscherkomplotte im Waffenhandel, Gefälschte Blankwaffen, Bd. 2 der Reihe Kunst und Fälschung, Hannover 1980.Zustand: II Fragen zum Los?