Los 2680
Gravierte Pistole Walther PP Zella Mehlis, "PDM", des Münchner Polizeipräsidenten
Historische und moderne Schusswaffen | A106s | Präsenzauktion | 724 Lose
Zuschlag € 14.500
Ähnliche Lose anzeigenBeschreibung
Kal. 7,65mmBrowning, Nr. 812629, Pistole des Münchner Polizeipräsidenten August Schneidhuber, ermordet am 30. Juni 1934 beim sogenannten "Röhm-Putsch". Links am Rahmen ohne Eigentumsmarkierung. Schlitten vollständig graviert. 90°-Sicherung. Spiegelblanker Lauf. Ohne Signalstift. Untenliegender Magazinhalter. Besonderes Charakteristikum: dicker ausgeführte Laufmündung, weshalb auch die Schlittenöffnung größer gefertigt werden musste (es passt somit kein anderer Schlitten auf diese Pistole). Vollständige Brünierung, vollflächige Rankengravur, zeitgemäße dicke, schwere Griffschalen mit eingegossener Metallplatte zur Verstärkung. Korrektes Magazin mit dem frühen Schuh. In lederner Geschenkschatulle, ausgelegt mit grünem Samt, mit einer Pufferpatrone und Wischstock. Dabei die originale Pappschachtel und zwei Bedienungsanleitungen. Frau Adelheid Held, geb. Schneidhuber, überließ die Pistole am 31.12.2009 Herrn Dr. Koller, dieser war in den Jahren 1988 - 2003 Polizeipräsident in München. Gesamtfertigung von 1933 - 1937 ca. 1800 Stück. Sehr selten und in vorzüglicher Erhaltung. Inmitten der politischen Umbrüche der frühen 1930er Jahre trat Ludwig Ernst August Schneidhuber in eine Rolle, die für ihn Macht und Verantwortung bedeutete – und ihm schließlich zum Verhängnis wurde. Seit 1929 hatte Schneidhuber eine führende Stellung in der SA inne: vom 8. Februar 1929 bis zum 1. April 1931 führte er als OSAF-Stellvertreter Süd die SA im süddeutschen Raum (Bayern, Württemberg, Baden und Tirol). Als Polizeipräsident von München ab April 1933 war er eine der zentralen Figuren in einer Stadt, die sich in rasantem Tempo veränderte. Mit ihm kam ein Mann an die Spitze der Polizei, der zuvor bereits durch seine Aktivitäten in der SA aufgefallen war, zugleich jedoch als pragmatischer Beamter galt. Die nun zur Auktion stehende Pistole war Teil dieser Geschichte – seine persönliche Dienstwaffe. Sie ist ein seltenes, authentisches Relikt jener Jahre, in denen sich die politischen Fronten verschoben und das staatliche Machtgefüge neu ordnete. Schneidhuber, geboren 1887 in Traunstein, diente im Ersten Weltkrieg, bevor er in der Weimarer Republik zum aktiven Unterstützer der nationalsozialistischen Bewegung wurde. Als Teil der SA stieg er rasch auf und seine Ernennung zum Polizeipräsidenten markierte nicht nur seine persönliche Karrierehöhe, sondern auch einen Wendepunkt im Münchner Polizeiwesen. Doch seine Amtszeit war kurz. Im Juni 1934 wurde er im Zuge der sogenannten Röhm-Affäre verhaftet und am 30. Juni in München-Stadelheim erschossen – nicht durch fremde Feinde, sondern durch einen politischen Umbruch im eigenen Lager. Ein Schicksal, das viele ranghohe SA-Funktionäre teilten; diese Pistole ist somit weit mehr als ein technisches Objekt. Sie steht für eine Phase deutscher Geschichte, in der Ideologie, Institution und persönliche Loyalitäten in Konflikt gerieten. Als persönlicher Begleiter eines hohen Beamten aus jener Zeit ist sie ein stiller Zeitzeuge – von Macht, Verantwortung und einem abrupten Ende.WBK: Achtung - Erlaubnispflichtig - weitere Infos hier
Provenienz: Frau Adelheid Held, geb. Schneidhuber, überließ die Pistole am 31.12.2009 Herrn Dr. Koller; dieser war in den Jahren 1988 - 2003 Polizeipräsident in München. Überlassungsschreiben im Original vorhanden und Teil der Lieferung.
Zustand: I Fragen zum Los?