Los 4075
Heinrich Himmler - Urkunde über die Beisetzung der Überreste König Heinrichs I. (876 - 936) im Dom zu Quedlinburg mit 28 Unterschriften von SS- sowie Parteiführern vom 2. Juli 1937
Orden und Militaria ab 1919 | A106r | Präsenzauktion | 852 Lose
Beschreibung
Pergament mit kalligraphischem Text in schwarzer Tusche und hellblauer Schattierung in der Überschrift "1. Urkunde" sowie der Initiale. Beurkundung der Beisetzung der "im Auftrage des Reichsführers-SS Heinrich Himmler gesuchten und durch SS-Obersturmführer gefundenen und nachgewiesenen Überreste der Gebeine König Heinrich I. im Steinsarkophag" in der Heinrichskrypta des Doms zu Quedlinburg, datiert "Quedlinburg am 2. Juli 1937", am rechten Unterrand eingeflochtenes Pergamentband mit kupferner Siegelkapsel (Deckel fehlt), das rote Wachssiegel schlecht erkennbar, aber im Stile des Siegels König Heinrichs I. gestaltet. Unterschrieben wurde die Urkunde von Heinrich Himmler, den Gauleitern Rudolf Jordan und Joachim Albrecht Eggeling, den SS-Obergruppenführern Josias Erbprinz zu Waldeck, August Heissmeyer, Friedrich Jeckeln, Karl Selig (OB der Stadt Quedlinburg), den SS-Gruppenführern Reinhard Heydrich, Karl Wolff, Walter Schmitt, SS-OStubaf. Rudolf Jung, George Ebrecht, SS-Hauptstuf. Hermann Lehmann, Gunter D'Alquen (Hauptschriftleiter "Das Schwarze Korps") sowie SS-OStuf. Dr. Rolf Höhne, der von Himmler mit der Suche nach den Gebeinen beauftragt worden war. Maße 50 x 40 cm. Die Urkunde zwischen Plexiglas- und Hartfaserplatte mit Klebebandfixierung gerahmt, am Unterrand Auslass für Siegelkapsel und -band. Heinrich Himmler, der sich angeblich sogar für eine Reinkarnation König Heinrichs I. gehalten haben soll, sah in ihm den einzig wahren "Stifter des Deutschen Volkes" und "Führer vor tausend Jahren". Umso wichtiger war es Himmler, die im Lauf der Jahrhunderte wohl bei Umbaumaßnahmen im Dom zu Quedlinburg verlegten/abhanden gekommenen Gebeine des Königs wieder zu finden, um ihn seinem Wunsch entsprechend neben seiner Gemahlin Königin Mathilde beizusetzen. Bereits zur Feier des 1000. Todestages Heinrichs I. am 2. Juli 1936 hielt Himmler eine Rede in Quedlinburg, in der er den König mythisch zum "Protagonisten einer deutschen Ostorientierung" überhöhte und über das Verschwinden der Heinrichsgebeine behauptete, dies sei aus "finsterem unversöhnlichem Haß politisierender Würdenträger" geschehen. Dr. Rolf Höhne, Leiter der Abteilung "Vorgeschichte" im RSHA, erhielt den Auftrag, die Gebeine zu finden, und fand im Juni 1937 einen Schädel mit darauf befindlichem Schmuckbesatz, über den das "Schwarze Korps" am 1.7.1937 schrieb, die "Bearbeitung der Gebeine haben den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, dass der durch die Ausgrabungen gemachte Fund in der Grab-Krypta des Domes zu Quedlinburg tatsächlich die Gebeine Heinrichs I. enthält.". Auch die Entdeckung eines Stufenraums im Jahr 1938 mit einem Steinsarkophag erschütterte Himmlers Glauben an die 1937 gefundenen "wahren" Gebeine Heinrichs I. nicht, er befahl 1940 das Zuschütten des Stufenraums. Bis heute ist unklar, wo sich die eigentlichen Gebeine Heinrichs I. befinden, vermutet wird, dass der wieder verschüttete Stufenraum wohl als Aufbewahrungsort für die Sarkophage des Königspaares während früherer Umbauarbeiten am Dom gedient hat. Eine von Rolf Höhne geplante Veröffentlichung seiner Funde bei den Grabungen 1936 wurde von Himmler untersagt, da dies "leider über alle Erwartungen negativ ausgefallen wäre".Zustand: II Fragen zum Los?