Los 1320
Feldsäbel mit bedeutender Kalenderklinge, deutsch, datiert 1685
Rüstungen, Blankwaffen & antike Feuerwaffen | A106aw | Präsenzauktion | 581 Lose
Beschreibung
Kräftig geschwungene Rückenklinge mit verbreiterter zweischneidiger Spitze, unterhalb des Rückens beidseitig flache Kehlung. Stellenweise fleckig bzw. leicht narbig. Terzseitig auf ganzer Länge extrem fein geätzter Jahreskalender mit Angabe der Tagesheiligen sowie eine Tafel mit Angabe der festen und beweglichen Feiertage für die Jahre 1679 - 1705. Am Klingenansatz lateinischer Sinnspruch "tu ne cede malis, sed contra audentior ito" (Du weichst nicht dem Bösen, sondern gehe ihm nur kühner entgegen) sowie Signatur "Joh. Vital. Dettdorfs. Anno MDCLXXXV". Die Quartseite der Klinge ganzflächig mit geätzten Blütenranken dekoriert. Eisernes Bügelgefäß mit beidseitigem Stichblatt und quartseitigem Daumenring. Die gewölbten eisernen Stichblätter mit fein gravierten Blattkränzen dekoriert. Spangen mit kräftigen doppelten Nodi. Originale, spiralig gekehlte Hilze mit aufwendiger Messingdrahtwicklung (leicht defekt) und Türkenbünden. Birnförmiger Knauf mit seitlich verschraubten Spangen, auf der Oberseite fein gravierter Blattdekor. Länge 91,5 cm. Dazu ein guter Nachbau einer lederbezogenen Holzscheide mit teils durchbrochen gearbeiteten eisernen Beschlägen, seitlich zwei bewegliche Trageringe. Länge 81 cm. Die extrem seltenen, aufwendig geätzten Kalenderklingen wurden im 16. und 17. Jhdt. im süddeutschen und österreichischen Raum in nur kleiner Zahl gefertigt. So befindet sich z.B. ein auf 1656 datierter Jagdsäbel mit Kalenderklinge in der Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums in Wien. Weitere Waffen mit Kalenderklingen befinden sich u.a. in den Sammlungen des Landeszeughauses in Graz, im Deutschen Klingenmuseum in Solingen und im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt. Dabei ein schriftliches Gutachten von Dr. Hanns-Ulrich Haedeke aus dem Jahr 1977.Zustand: II - Fragen zum Los?