Los 1598
Infanteriegewehr M 1839/55 U/M
Antike, historische und moderne Schusswaffen | A105aws | Präsenzauktion | 769 Lose
Beschreibung
Nummerngleich. Gezogener Lauf im Kaliber 18,5 mm mit fünf Zügen, Seele etwas rau. Auf dem Oberring aufgelötetes Korn (fehlt jedoch), auf der Oberseite verstellbare Klappvisierung mit Durchsicht und an der Kammer Jahreszahl "1846", auf der rechten Seite die Jahreszahl "1856" und diverse Abnahmen. Perkussionsschloss mit Herstellerbezeichnung "Krone / Suhl / S&C". Nussholzschaft leicht abgezogen, Schlossgegenseite und Unterseite gestempelt. Ebenfalls gestempelte Messinggarnitur, der eiserne Ladestock fehlt. Auf der eisernen Kolbenkappe Truppenstempel "34.R.7.86.". Länge 144 cm. Da die vorliegende Waffe exakt nach der preußischen Stempelvorschrift von 1877 gestempelt wurde, darf man davon ausgehen, dass diese Waffe noch einige Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg geführt wurde. Da man in Preußen fürchtete, in den Krimkrieg (1853 - 1856) hineingezogen zu werden, suchte man nach einer günstigen und schnellen Möglichkeit, sämtliche Infanteriewaffen mit gezogenen Läufen auszustatten. Man hatte in Preußen zwar schon begonnen, die Truppen mit Zündnadelgewehren auszurüsten, aber von den benötigten 372.600 Zündnadelgewehren waren erst 60.000 Stück vorhanden. Am 20.3.1855 beschloss man daher, die glattläufigen Infanteriegewehre umzurüsten. Für die vorhandenen großkalibrigen Infanteriegewehre eignete sich das System Minié besonders. Bereits im August 1856 hatte man 220.000 Infanteriegewehre M 1839 und 80.000 ältere Infanteriegewehre M 1809 U/M mit gezogenen Läufen ausgestattet. Die Infanteriegewehre M 1839/55 U/M, die ohnehin immer nur als Notbehelf gedacht waren, wurden bereits Mitte der 1860er-Jahre, als ausreichende Mengen von Zündnadelgewehren zur Verfügung standen, als Reservewaffen eingelagert.Zustand: II Fragen zum Los?