18 karätiges Gelbgold, die Außenseiten mit reliefierter, feiner Wabenstruktur, die Ränder geschnitten, ohne Herstellermarken, auf der Innenseite in Görings Handschrift gravierte Geburtstags-Geschenkinschrift "Meinem getreuen Mitarbeiter und Kameraden Milch in herzlicher Verbundenheit - Hermann Göring 30.III.31". London Assay Office's Stempel für 18 karätiges Gold 1945. 197 g. Maße geschlossen 79 x 104 mm. In ergänztem englischen Lederetui. Erhard Milch (1892 - 1972), Generalfeldmarschall, Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums (RLM), Generalinspekteur der Luftwaffe und nach Ernst Udets Tod 1941 bis Juli 1944 Generalluftzeugmeister. GFM Erhard Milch schilderte 1948 in einer eidesstattlichen Erklärung, hier verkürzt wiedergegeben, wie ihm u.a. seine Marschallstäbe und sonstigen Wertgegenstände, darunter dieses goldene Zigarettenetui gestohlen wurden: "Am 26. April 1945 verließ ich befehlsgemäß Berlin und begab mich nach dem Gut Sierhagen in Holstein. Am 4. Mai erschienen englische Soldaten und nahmen mich gefangen. Ich wurde nach Neustadt gebracht und dort in einem Restaurant durch einen Generalmajor (Brigadegeneral Derek Mills-Roberts) in Empfang genommen. Der General entriss mir meinen Marschall-Interimsstock und schlug mir diesen so lange über den Schädel, bis der Stock in mehrere Stücke zerbrach. Dann ergriff er eine der vielen Champagnerflaschen, die noch auf dem Tisch standen und schlug sie mir über den Kopf. Ich wurde dann nach Lübeck gebracht und einem schottischen Regiment übergeben, das mich korrekt und militärisch einwandfrei behandelte. Während meiner Abwesenheit raubten englische Soldaten aus meinem Gepäck alle wertvollen Gegenstände, darunter meinen Marschallstab, Trauring, Siegelring, goldene und silberne Zigaretten-Etuis, goldene Uhren etc." Der Schauspieler Peter Ustinov schildert in seinen Memoiren ebenfalls, wie er den obigen Vorfall während seines Militärdienstes in einem Filmdokument der British Army gesehen hat. Vgl. Hermann Historica, Deutsche Zeitgeschichte ab 1919, 72. Auktion, Los 8171. Provenienz:Das Zigarettenetui stammt aus dem Besitz des bekannten niederländischen Sammlers alter Waffen "Henk" Visser (1923 – 2006), der es wiederum von seinem besten Freund Neville Whitley, ebenfalls ein sehr bedeutender Sammler aus Nordirland geschenkt bekommen hatte. Whitely erwarb das Etui von einem irischen Offizier der britischen Armee. Visser wurde in Groningen geboren und war während des Zweiten Weltkriegs noch in der High School am niederländischen Widerstand beteiligt. Er wurde zum Tode verurteilt und wartete drei Monate in der Todeszelle, bevor er in ein Gefangenenlager in Deutschland geschickt wurde. Zustand: II + Fragen zum Los?
Allgemeine Informationen
Unsere Auktion "Deutsche Zeitgeschichte ab 1919" beinhaltet 787 Lose. Die Auktion startet am Freitag, den 24. Mai 2019 um 10:00 Uhr. (Lose: 4001 - 4787). Vorbesichtigung: 15. - 19. Mai 2019 von je 14:00 - 18:00 Uhr.
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