Los 5365
Bandhelm vom Typ St. Vid/Narona, spätes 5. - 6. Jhdt.
Rüstungen, Blankwaffen & antike Feuerwaffen | A104aw | Präsenzauktion | 1078 Lose
Beschreibung
Eiserner Helm mit Kalotte aus vier verschweißten Teilstücken. Zwei seitliche "Kugelsegmente" von unten her an ein mittleres, an beiden Seiten leicht eingezogenes Band geschweißt, das sich von der Stirn zum Nacken zieht. An den Kanten des Mittelbandes befinden sich gegenüberliegende Dreiergruppen von Pseudonieten. Keiner der außen sichtbaren Nietköpfe gehört zu einem Niet, der beide Bleche durchstößt. Die "Nietköpfe" haben daher primär dekorativen Zweck, leiten sich aber von anderen spätantiken Helmen mit echter Nietverbindung als "typologisches Rudiment" ab. Um die so aus drei Teilen gefügte Kalotte herum am Rand ein 5 cm hohes Eisenband gelegt, das in den oberen ca. 1 - 2 cm mit der dreiteiligen Kalotte verschweißt ist und diese ca. 3 - 4 cm nach unten überragt. Das Eisenband überlappt sich ca. 5 mm im Nackenbereich, wo es ebenfalls verschweißt ist. Drei Nieten auf der Außenseite des Bandes nahe der Kante der Überlappung sind wieder nur Pseudonieten. Nur die "Nietköpfe" sind auf der Außenseite sichtbar und wohl von innen her durchgedrückt. Dies gilt gleichermaßen für "Nietköpfe" entlang der oberen Kante des Eisenbands, die eine nicht vorhandene Vernietung der Kalottensegmente mit dem Eisenband suggerieren. Dieses technische Merkmal der Pseudonieten ist auch als typisch für die bisher bekannten Helme dieses Typs beschrieben. Länge des Helms 23,5 cm. Breite 18 cm. Höhe 14 cm. Oberfläche mit leichten Korrosionsnarben. Insgesamt ausgezeichnet erhalten mit gut wahrnehmbaren technischen Details. Es handelt sich um einen spätantiken Helmtyp, der sicher im spätrömischen Reich produziert wurde und dessen vereinzeltes Vorkommen in außerrömischen Kontexten als mediterraner Export anzusehen ist. Die genaue Zeitstellung dieser Helme zwischen spätem 5. und 6. Jahrhundert bedarf noch weiterer Forschungen. Es ist davon auszugehen, dass dieser Helmtyp chronologische Überlappungen mit anderen spätantiken Helmtypen hat und zumindest teilweise gleichzeitig mit diesen Helmtypen existierte (z.B. Berkasovo, Biberwier, Der-el-Medineh; frühbyzantinische Spangenhelme).Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung. Aus englischer Sammlung, von dort 2016 in die Artemis Gallery USA. Dort erworben vom jetzigen Besitzer.
Zustand: II - III Fragen zum Los?