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auf dem berühmten, spätkeltischen Gundestrup-Kessel erkennen, für

den in der Forschung immer wieder auch Einflüsse aus Südosteuropa

postuliert worden sind.

Hinzu gehörig ein U-förmig gebogenes Blech mit gelochten Fortsät-

zen an allen vier Enden, das ursprünglich mittels der Eisenniete in den

Ecken auf der rechten Seite des figürlichen Beschlags befestigt war. In

den Löchern des U-förmigen Blechs Reste der Eisenniete. Die Position

der Löcher im U-förmig gebogenen Blech stimmt exakt mit der Positi-

on der Löcher im figürlichen Beschlag überein. In der ursprünglichen

Lage bildete das dort befestige Blech die Scharnieröse, in der die nicht

erhaltene, zweite Längsseite des nur noch fragmentarisch erhaltenen

Eisenrahmens gelagert war.

2) Silberplattiertes Eisenblech. Ober- undUnterseite deutlich nach außen

gewölbt und durch rund gebogene Wulst aus Silberblechstreifen einge-

fasst. Die Grundplatte aus Eisen auf der Unterseite großflächig erhalten,

zur schmäleren Seitenkante hin abgebrochen und fehlend. Dieses Ende

kel und Oberkörper des Reiters dürften Kleidung markieren. Weitere

Punktreihen um den Schildbuckel herum und unterhalb des Ansatzes

der kurzhaarigen Stehmähne. Zwei einzelne Punkte markieren den

Mund des Reiters, V-förmig angeordnete Punkte das Maul des Pferdes.

Das Pferd hinten auf der Flanke sowie vorne auf Hals und Schulter mit

je drei Kreisaugen verziert; ein siebtes markiert den Sitz des Auges am

Kopf. Auf der Stirn hörnchenartiger Fortsatz, der als Stirnschmuck ge-

deutet werden könnte. Lang herabhängender Schweif und halb erigier-

ter Phallus, der das Pferd als Hengst kennzeichnet. Der Oberkörper des

Reiters gedreht und dem Betrachter frontal zugewandt. In der Linken

des Reiters ein rautenförmiger Schild, in der Rechten ein Schwert, des-

sen Knauf und Parierstange durch Kreisaugen dargestellt sind. Breite

9,5 cm. Höhe 9,7 cm.

Außergewöhnliches Exemplar balkanischer Silbertoreutik der späten

Latènezeit. Mit figürlicher Darstellung dieser Qualität von großer Sel-

tenheit. Stil und Technik lassen eine gewisse Nähe zu Darstellungen