3124
Vollgriffschwert, Späte Bronzezeit, spätes 12. -
11. Jhdt. v. Chr.
Bronzeschwert vom Typus Liptau, Variante III. Hauptsächlich in den
nördlichen Regionen Südosteuropas verbreiteter Typ. Zweiteilig gefer-
tigtes Schwert. Griff im Überfangguss über die Klinge mit Griffplatte
am oberen Ende angefügt und zusätzlich durch zwei seitliche Nieten
gesichert. Die weidenblattförmige, breite Klinge zieht direkt unterhalb
der Griffplatte deutlich auf 4 cm Breite ein, um sich zum Schwerpunkt
zwischen mittlerem und unterem Drittel der Klinge auf die maxima-
le Breite von 5 cm zu erweitern. Von dort aus konvergieren die leicht
gebauchten Schneiden kontinuierlich zur Spitze hin. Markanter Mit-
telgrat, der sich übergangslos aus dem Klingenblatt mit elegantem
Schwung erhebt. Parallel zu den Schneiden leicht nach innen versetzt
gravierte Doppellinie. Leicht gebauchter, sich konisch nach oben ver-
jüngender Dreiwulstgriff. Auf den durch drei Ritzlinien begrenzten
Wülsten metopenartig gegliedert Rechtecke mit abwechselnd horizon-
talen und vertikalen Ritzlinien. Der untere Teil des Griffes geht in zwei
halbkreisartig angeordnete Zargen mit Fischgrätmuster über, welche
die Griffplatte imÜberfangguss amRand bedecken. Am oberen Ende
eine auf einer Seite durchbohrte Scheibe mit zunächst konischem, nach
Knick abgerundetem Knauf, dieser mit rechtwinklig gegeneinander
versetzten Feldern aus parallelen Ritzlinien verziert. Auf der Scheibe
mit Ritzlinien gefüllte Dreiecke.
Leichte Abplatzungen der olivgrünen Patina des Griffes mit leicht
glänzender Oberfläche am Rand der Scheibe. Die Klinge vor allem
auf einer Seite mit schöner malachitfarbener Patina, mit vereinzelten
Kratzern und Abreibungen, die partiell den metallenen Untergrund
erscheinen lassen, und minimalen Scharten an den Schneiden.
Abgesehen von diesen geringfügigen Mängeln hervorragend erhalte-
nes Exemplar eines Schwertes dieses Typs. Länge 46 cm.
Provenienz: Aus österreichischer Privatsammlung, erworben in den
1990er Jahren aus österreichischer Sammlung.
A solid-hilted sword, late Bronze Age, late 12th – 11th century B.C.
Two-part bronze sword of Liptau type, commonly found in the nort-
hern regions of south east Europe. The grip cast over the blade with
a grip plate at the upper end and secured with two rivets on the side.
The broad, willow-leaf blade extending downwards, 4 cm wide below
the grip plate and 5 cm wide in the middle and lower third of the blade.
Pronounced medial ridge, rising up seamlessly from the blade in a gra-
ceful curve. A double line engraved in parallel to the cutting edges. The
slightly bulbous grip of three ribs tapering conically upwards. Square
panels arranged like metopes with alternate horizontal and vertical in-
cised lines on the bulging ridges, these bordered by three incised lines.
Two frames with a herringbone pattern arranged in a semi-circle on the
blade-side of the grip and the grip plate. At the top, a disc with a lateral
perforation and a conical pommel turning to round, embellished with
fields of parallel incised lines and triangles with incised hatching, set
at right angles. Minimal spalling in the olive-green patina of the grip,
with a slight sheen on the surface at the edge of the disc. The blade with a
beautiful malachite patina, particularly on one side. Occasional scrat-
ches and abrasions, revealing the metal base in places, and minimal
notches on the cutting edges.
88
|
3124




