292
|
Exerzierens zu Pferd und zu Fuß bei Paraden,
auf Märschen, im Gefecht, Kommandos zum
Laden von Gewehr und Pistole sowie zum
Granatenwerfen. In solidem, neuemEinband,
Maße 36 x 24,5 x 2,5 cm. Teilweise leicht
fleckig, vereinzelt restaurierte Risse, ins
gesamt schön erhalten mit farbfrischen Illu
strationen. Hochinteressantes Unikat zur
Militärgeschichte des 18. Jhdts.
Robert Scipio Freiherr von Lentulus (1714 -
1786) trat 1728 als Fähnrich in das österreichi
sche Dragonerregiment von Philippi ein, das
die erste Station seiner eindrucksvollen Kar
riere bildete und dem das vorliegende Manu
skript gewidmet ist. Lentulus zeigt sich nach
den Quellen als hochtalentierter, couragierter
und gebildeter Kavallerieoffizier, der sowohl
in österreichischen und preußischen als auch
zuletzt in schweizerischen Diensten Ruhm er
warb. Er war in der österreichischen Armee
u. a. an Kämpfen gegen die Türken beteiligt
und in preußischen Diensten an den Schlach
ten bei Prag, Kolin, Roßbach und Leuthen. Er
war Ritter des Hohen Ordens vom Schwarzen
Adler und stand in der Gunst von König
1697 Oberbefehlshaber in den Türkenkriegen,
1701 - 1714 gemeinsam mit dem Herzog von
Marlborough Oberkommandierender der an
tifranzösischen Koalition im Spanischen Erb
folgekrieg und erneut Feldherr imKrieg gegen
die Osmanen 1714-18. Ab 1718 übt er in Wien
das Amt des Hofkriegsratspräsidenten aus
und ist zudem bis 1724 Statthalter in den öster
reichischen Niederlanden.
Sehr seltener Autograph.
237163
II -
€ 1.500
6705
Robert Scipio Freiherr von Lentulus -
handschriftliches Reglement des Dragoner
regiments von Philippi, datiert 1739
Manuskript von 168 Seiten, dabei 28 ganz
seitige Tafeln. Tinte auf Papier, Illustrationen
farbig und golden handkoloriert, betitelt „Be
schreibung eines Dragoner Exercity zu Pferdt,
und zu Fuß, mit Figuren abgetheillet”, auf dem
Titelblatt bezeichnet „Lentulus Ao 1739.” Auf
dem folgenden Blatt werden die Darstellun
gen dem „Löbl: General Feldtwachtmeister
Graff Phillippyschen Dragonner Regiment”
zugeordnet. Anschauliche Darstellung des
6704
Prinz Eugen von Savoyen (1663 -
1736) - eigenhändig signierter Brief des
Feldherrn aus dem Jahr 1725
Doppelbogen aus Büttenpapier, eine Seite mit
Ausschnitt, in Tinte verfasster Text. Prinz
Eugen antwortet einem „Kammer Rath” auf
ein Schreiben vom 15.9.1725, in dem dieser die
Zahlung einer „Gage” anmahnt, und be
schwert sich „Ich begreife zwar nicht wir der
Herr Kammer Rath iz. ganze iahr wohl habe
Verstreichen lassen mögen, ohne sich nicht
ehender als iezo erst, wo die Summa so groß,
und mithin die entrichtung immer Beschwär
licher worden ist, darumben anzumelden.”.
Datiert „Wienn den 24. 9bris 1725” und mit
eigehändiger Tintenunterschrift „Eugenio
von Savoy”. Zum Kuvert gefaltet, rs. in
Französisch adressiert an „Monsieur Daiser
de Siellpach, Cons. de la Chambre de
l‘Autriche Sup.re...” in „Insprugg” und nur
leicht beschädigtes Wachssiegel mit dem ge
krönten Wappen des Prinzen in der Kollane
des Ordens vom Goldenen Vlies.
Prinz Eugen von Savoyen-Carignan, einer der
bedeutendsten Feldherrn des 17. und 18. Jhdts.
6705
6704




