Orden und Militaria bis 1918

208 | 4280 Degen für Beamte des Groß­ herzogtums Baden, 1. Hälfte 19. Jhdt. Gerade Stichklinge von rautenförmigem Querschnitt (fleckig), im oberen Drittel beid- seitig vergoldete Zierätzungen (Trophäen und Ranken) auf gebläutem Grund. Reich reli- efiertes, schön vergoldetes Buntmetall-Bü- gelgefäß (berieben) mit Adlerkopfknauf, am terzseitigen Stichblatt das bekrönte badische Wappen zwischen zwei Greifen, Perlmutt- griffschalen (locker, Risse, temporär durch unauffälliges Klebeband gehalten). Braune Lederscheide mit vergoldeter Messinggar- nitur, Trageknopf und zwei bewegliche Tra- geringe, Ortblech gut ergänzt. Partiell leicht beschädigt, Altersspuren. Länge 96 cm. 301701 III € 1.200 4281 Klinge eines Hirschfängers aus der Regierungszeit des Markgrafen Magnus Friedrich VII. zu Baden und von Hochberg, 1677 - 1709 Lange Keilklinge mit zweischneidiger Spitze, beidseitig geätztes Wappen Badens zwischen Palmzweigen (terzseitig berieben) und einge- rahmt von „MMF“ bzw. „ZBVH“, quartseitig zudem „DL“ für Durlach(?), Klingenlänge 65,2 cm. Altes, nicht ursprünglich zugehöri- ges Holzgriffstück mit Messingmanschette. Gesamtlänge 80 cm. Seltene und sehr frühe Klinge, deren evtl. so- gar militärische Verwendung bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Im Wehrgeschichtlichen Museum zu Rastatt befindet sich eine größere Anzahl dieser Klingen mit identischen Holz- griffen. Auch Gerd Maier, Badische Blank- waffen, S. 10 und 11, bildet ein in Maßen und Ausgestaltung (einschließlich Holzgriff) iden- tisches Stück ab und vermutet ein Landsturm- Seitengewehr. Anzunehmen ist, dass die Holzgriffe wohl zu einem späteren Zeitpunkt für eine arsenalmäßige Aufbewahrung hin- zugefügt wurden, um gegebenenfalls die gut erhaltenen Klingen einer Zweitverwendung zuführen zu können. So existieren wohl auch einige Exemplare dieser Klingen mit Messing- bügelgefäßen, die dem Ende des 18. oder dem frühen 19. Jhdt. zuzurechnen sind. 292767 II € 400 4281 4280

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