Kunst und Antiquitaeten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst
64 Zeremonialbeil der Katakombengrab- Kultur, nördlicher Schwarzmeerraum, 2. Hälfte 3. Jtsd. v. Chr. Ausgesprochen formschönes und fein zuge- schliffenes Zeremonialbeil mit aufwendiger, feiner Zeichnung aus tiefschwarzem, gebän- dertem Jaspis. In der Aufsicht von bootsförmi- gem Umriss. Auf der Oberseite leicht nach oben durchgebogen, der Nacken und die ge- wölbte, stumpfe Schneide unten deutlich nach unten ausgezogen. Der stumpfe Nacken ent- lang des Randes durch eine feine Ritzlinie markiert. Davor, auf den Flanken kurz vor dem Nacken, eine bogenförmig nach hinten ausgebauchte Ritzlinie. Zwischen diesen bei- den Linien ist die Oberfläche abgetragen und geringfügig tiefer gelegt, sodass eine feine Profilierung entsteht. Ein ähnlicher Effekt belebt die gesamte Fläche der Oberseite der Steinaxt. Die Außenseiten durch zwei parallel verlaufende, durch Ritzlinien begrenzte, schmale Wülste hervorgehoben. Ebenso ge- staltete Wülste rings um die zentrale Bohrung und entlang der Mittelachse. Zwischen diesen schmalen Wülsten ist die Oberfläche durch aufwendige Schleifarbeit tiefergelegt, sodass die gesamte Oberfläche eine ausgesprochen feine und präzise Profilierung erfahren hat. Länge 10,5 cm. Die stumpfe Schneide, der außergewöhnliche, natürlich tiefschwarze, fein gebänderte Stein und die mit den technischen Mitteln der Zeit nur durch immensen, wochenlangen Aufwand zu erzielende feine Gestaltung der Oberfläche machen das Stück zu einem herausragenden Artefakt der frühen Bronzezeit des nörd lichen Schwarzmeerraumes, das zweifelsohne für rituelle Zwecke und nicht für den Alltags- gebrauch gedacht war. Das Stück darf als aus- gesprochen seltenes und formvollendetes Relikt frühbronzezeitlichen Kunsthandwerks der Region von einzigartiger Qualität gelten. Provenienz: Österreichische Privatsamm- lung, erworben in den 1990er Jahren aus öster- reichischer Privatsammlung. 64 94 | 64 Photo 2 64 Photo 3
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