Internationale Orden & militärhistorische Sammlungsstücke - A83

| 153 Zahlung einer „Gage” anmahnt, und be- schwert sich „Ich begreife zwar nicht wie der Herr Kammer Rath iz. ganze iahr wohl habe Verstreichen lassen mögen, ohne sich nicht ehender als iezo erst, wo die Summa so groß, und mithin die entrichtung immer Beschwär- licher worden ist, darumben anzumelden.”. Datiert „Wienn den 24. 9bris 1725” und mit eigehändiger Tintenunterschrift „Eugenio von Savoy”. Zum Kuvert gefaltet, rs. in Fran- zösisch adressiert an „Monsieur Daiser de Siellpach, Cons. de la Chambre de l’Autriche Sup.re...” in „Insprugg” und nur leicht be­ schädigtes Wachssiegel mit dem gekrönten Wappen des Prinzen in der Kollane des Ordens vom Goldenen Vlies. Prinz Eugen von Savoyen-Carignan, einer der bedeutendsten Feldherrn des 17. und 18. Jhdts., 1697 Oberbefehlshaber in den Türkenkriegen, 1701 - 1714 gemeinsam mit dem Herzog von Marlborough Oberkommandierender der antifranzösischen Koalition im Spanischen Erbfolgekrieg und erneut Feldherr im Krieg gegen die Osmanen 1714-18. Ab 1718 übt er in Wien das Amt des Hofkriegsratspräsidenten aus und ist zudem bis 1724 Statthalter in den österreichischen Niederlanden. Sehr seltener Autograph. 271851 II - € 1.500 1186 Franz Joseph Maximilian Fürst von Lobkowitz (1772 - 1816) - persönliches Petschaft des Generals und Kunstmäzens Hochovale Siegelfläche aus Messing, imZent- rum das geschnittene Wappen Lobkowitz’ in der Collane des Ordens vom Goldenen Vlies (ab 1809) und vor Hermelin, überhöht durch die Fürstenkrone. AmRand Umschrift „Fürst von Lobkowitz - Herzog zu Raudnitz” sowie „Patronatsamt Bilin”. Eiserner Zwischenring, der gedrechselte Holzgriff altersbedingt er- neuert. Gesamthöhe 14,5 cm. Franz Joseph Maximilian Fürst von Lobko- witz, böhmisch-österreichischer Generalma- jor und einer der bedeutendsten Mäzene für Kunst, Literatur undMusik des 18. und frühen 19. Jhdts. Seine Kompositionsaufträge an Joseph Haydn oder Ludwig van Beethoven sowie die öffentliche Aufführung vonWerken dieser Komponisten zu deren finanziellen Gunsten brachten ihm nicht nur deren Wert- schätzung, sondern diese widmeten ihm sogar zahlreiche Kompositionen. brochene Ranken mit aufgelegten, ebenfalls tiefblau emaillierten Blättern. Die Ecken ver- bunden durch versilberte, gedrehte Stäbe auf vergoldeter Fassung. Die Innenseite mit beiger Seide (etwas fleckig) ausgeschlagen, die Rän- der mit goldgeprägten Zierfriesen, die Rück­ seite mit geprägtem Liniendekor und vier ver- goldeten Füßen. Der Rücken dreifach gelocht für die Kordel zur Dokumentbefestigung. Maße 38,5 x 29,5 cm. Hochwertige Prunkmappe, vermutlich für ein Staatsdokument aus dem letzten Regierungs- jahr Kaiser Franz Josephs I. oder der zweijähri- gen Regentschaft Kaiser Karls I. Emperor Franz Joseph I or Emperor Karl I - a magnificent document folder 1915-18 Light brown leather cover with golden decora- tive lines and embossed bevelled edges. Ex- traordinarily well preserved decorative mount- ings, enamelled and with gold and silver plating, in the centre a recessed cartouche with two griffons holding a shield with applied small coat of arms of Austria in use between 1915 and 1918, the double-headed eagle black, the shield of gules a fess argent enamelled in red-white-red, surmounted by the imperial crown, underneath it a motto banner “indivis- ibiliter ac inseperabiliter”. The four corners with square decorative elements enamelled in deep blue with blue stone/glass in the centre, preceded by openwork tendril ornaments with applied leaves equally enamelled in deep blue. The corners connected by silver-plated, twist- ed sticks on a gilt border. The inside lined with beige silk (somewhat stained), the edges with gold-embossed decorative friezes, the reverse with embossed decorative lines and four gilt feet. The back with triple piercing to attach documents with a cord. Dimensions 38.5 x 29.5 cm. Magnificent folder of high-quality workman- ship, presumably for a state document from the last year of the reign of Emperor Franz Joseph I or the two-year reign of Emperor Karl I. 273530 II € 1.000 1185 Prinz Eugen von Savoyen (1663 - 1736) - eigenhändig signierter Brief des Feldherrn aus dem Jahr 1725 Doppelbogen aus Büttenpapier, eine Seite mit Ausschnitt, in Tinte verfasster Text. Prinz Eugen antwortet einem „Kammer Rath” auf ein Schreiben vom 15.9.1725, in dem dieser die 1186 Provenienz: ZAM - Zentrum für Außer­ gewöhnliche Museen, München. Ausgestellt unter der Inventarnummer 46 in der Sonder- ausstellung „Das Siegel in meiner Hand - Pet- schaften bedeutender Persönlichkeiten des 18., 19. und des frühen 20. Jhdts.” vom 23.7. bis 15.11.2001. Dazu das ehemalige Inventarkärt- chen, ein neuer Siegelabdruck auf Kuvert und in Kopie ein Presseschreiben der damaligen Museumsleiterin für die Ausstellung. 272027 I - II € 800

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