138 | 902 Chalkidischer Helm mit Wangenklappen, süditalisch, 4. Jhdt. v. Chr. Typisch unteritalische Variante eines chalkidischen Helms, wie er u. a. von samnitischen Kriegern getragen wurde. Bronze mit dunkelgrüner Patina und leichten Oxydauflagen. Die flache Kalotte wird von einem nur schwach ausgeprägten Scheitelgrat überspannt, Die Kalotte durch einen nach innen eingezogenen Absatz von der seitlichen Wandung abgesetzt. Der Absatz über der Stirnmitte unterhalb des Scheitelgrats spitz nach oben gezogen. Die Seitenwandung verläuft vorne gerade, unten durch eine Profilierung aus vier waagrecht verlaufenden Graten abgeschlossen und kurz vor den Wangenklappen minimal nach unten gezogen. Hinter den Wangenklappen Ohrauschnitte, die Wandung dahinter nach unten zu seitlichen Lappen ausgezogen, die im Nacken wieder nach oben in einen leichten Bogen übergehen. Die Ränder der Wandung hinter den Ohrenausschnitten zu einer schmalen, auswärtsgerichteten Randleiste aufgebogen. Die Wangenklappen durch Röhrenscharniere befestigt, deren ineinandergreifende Buchsen an Blechen befestigt sind, die mit je vier Nietstiften auf der Innenseite von Helm und Wangenklappen befestigt sind, deren Köpfe auf der Außenseite als Dornen erscheinen. Die Wangenklappenränder sind wie die der hinteren Helmkante zu einer schmalen Randleiste aufgebogen. Die Wangenklappen mit geschweiftem Umriss, hinten ausbiegend und vorne mit einem mittleren Lappen zwischen zwei abgerundeten Ausschnitten. Auf der Kalotte quer zum Scheitelgrat drei Nietstifte, die zur Befestigung eines Blechs mit Federtüllen dienten, das nicht erhalten ist. Solche Federtüllen werden häufig auf zeitgenössischen Malereien der Region dargestellt. Die Kalotte in der Mitte des Scheitels durch einen Hieb und auf der rechten Seite durch einen Einstich beschädigt, die Grundform des Helms aber nicht deformiert. Die Wangenklappen mit den gebrochenen Scharnieren auf der Innenseite durch modern angefügte Haken und Ösen einhängbar und so an der originalen Stelle beweglich platziert. Trotz der Beschädigungen der Kalotte bietet der Helm ein attraktives Gesamterscheinungsbild mit bemerkenswert gut erhaltener metallischer Substanz ohne jede Ergänzung oder Unterfütterung der Kalotte. Länge 22 cm, Breite 18 cm, Höhe ohne Wangenklappen ca. 18 cm, mit Wangenklappen ca. 26 cm. KULTURGUT! Provenienz: Aus der Sammlung Axel Guttmann (Inventarnummer AG 284/H65). Erworben bei Axel Weber, Köln 1989. 902
RkJQdWJsaXNoZXIy NDA0OTk=