Orden und Militaria bis 1918
4356 König Friedrich II. von Preußen (1712 - 1786) - eigenhändig signierter Befehl an die „Krieges und Domainen Cammer zu Magdeburg“ vom 21. Februar 1777 Bogen Büttenpapier (Maße 23 x 19 cm) mit handschriftlicher Anord- nung an die Kammer, sie möge „sich dahin zu arrangieren, daß die gewöhnlichen Cassen Abschlüße pro 1776/7 von denen derselben un- tergebenen Cassen, zu rechter Zeit angefertiget, und gegen den 18ten May an Höchstdieselben, ohnfehlbar eingesand werden. Potsdam den 21 Februarii 1777“, eigenhändige Tintenunterschrift des Königs „Frch“. Darunter die „Expediantz“ der Kriegs- und Domänenkammer vom 4. März 1777, dass „die Abschlüße auch dergestalt gefertigt, und in Bereitschaft seyn, damit selbige mit der den 13ten May a.c. von hier abgehenden fahrenden Post abgesandt werden können“. Die Ränder etwas wasserfleckig, rs. ein Rand mit Montagerest. Interessanter Einblick in das preußische Steuer- und Abgabewesen. Die Kriegs- und Domänenkammern wurden bereits 1723 von König Friedrich Wilhelm I. unter Zusammenlegung der bis dato getrennt ar- beitenden Kriegskommissariate bzw. Amtskammern erschaffen und waren demGeneraldirektorium in Berlin unterstellt, für das sie sowohl die Steuern, Abgaben oder Pachtzinsen für das Heer als auch für die staatlichen Besitztümer eintreiben mussten. 300143 II - € 600 4357 König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770 - 1840) - eigenhändiger und signierter Brief als Kronprinz, Oberst und Chef des IR 18 vom „17ten Decbr. 1790“ Doppelbogen (Maße 22,5 x 19 cm), gefaltet, die erste Seite in Tinte be- schrieben. Er schreibt dem Werbeoffizier Leutnant von Jeetze: „Noch habe ich Ihnen einen Auftrag zu geben mir 3 Mann von 6 bis 7 Zoll auf Unkosten des Regiments anzuwerben“, dass ihnen aber nicht ver- sprochen werden solle, „daß sie beim regiment bleiben sollen, sondern daß sie für die Königliche Werbung zur Vertheilung unter andern Re- gimentern angeworben werden.“. Grund hierfür sei, das „Depot vom Henckelschen Regt.“ (IR 2, 1786 - 1793, Chef Viktor Amadeus Hen- ckel von Donnersmarck) habe 3 Mann, „deren einer 13 Zoll hat, und die beyden andern 10 haben an die Garde abgeben müssen. Diese 3 sind aber beweibt, und also nicht von der Garde angenommen worden, sondern sollten nun wieder nach Berlin zur Vertheilung unter andern Regimentern geschickt werden. Auf meine Vermittelung hat eben sol- che das Kriegs Collegium meinem Regimente unter der Bedingung überlaßen daß ich dafür 3 Mann von 6 bis 7 Zoll anwerben lasse um solche zur Disposition des Kriegs Collegii zu übergeben.“. Kronprinz Friedrich Wilhelm schließt mit „Ich verbleibe übrigens jederzeit - Ihr wohlaffektionierter Greund - Friedrich Wilhelm“. Lediglich die letzte Seite minimal fleckig, ansonsten in sehr schöner Erhaltung. Der damals zwanzigjährige Friedrich Wilhelm, seit 1786 Kronprinz, wird 1790 Chef des nun nach ihm benannten Infanterie-Regiments Nr. 18 „Kronprinz FriedrichWilhelm von Preußen“. Nur sieben Jahre spä- ter wird er nach dem Tod seines Vaters preußischer König. Hochinteressanter Einblick in die Werbegepflogenheiten der preußi- schen Armee zum Ende des 18. Jhdts. 294072 II + € 480 4357 4356
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