Kunst und Antiquitaeten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst

74 | Griffs im Inneren auf der gesamten Länge mit einem eingeritzten Thyrsosstab verziert. Abgesehen von minimalen, bereits antiken Dellen am Boden und einem kurzen, feinen Haarriss am Umbruch nahezu perfekt erhalten und mit feiner hellgrauer Patina überzogen. Durchmesser mit Griff 22 cm. Höhe 7 cm. Im Gegensatz zu bronzenen Kasserollen, deren Hauptfunktion das Servieren und Warmhalten von Speisen in Kohlebecken war, sind silberne Kasserollen ungleich seltener und dienten eher repräsentati- ven Zwecken. Sie fanden auch häufig als Weihegaben Verwendung. In diesem Zusammenhang ist wohl auch der Thyrsosstab aus demDiony- soskult zu sehen, der hier nicht in Zusammenhang mit einer Funktion als Trink- oder Schöpfgefäß für Wein zu sehen ist, wofür diese Gefäß- form auch nicht geeignet war. Form und Abstraktionsgrad des Griffes sprechen eindeutig für eine späte Variante dieser Gefäßform. 46 Römische Kasserolle aus Silber mit Thyrsosstab auf Griff, spätes 2. - Mitte 3. Jhdt. n. Chr. Boden mit Zentrierloch und charakteristischen konzentrischen Drehrillen. Knapp oberhalb des Umbruchs zur Wandung Drehrille und minimaler Absatz nach innen. Die konisch sich nach oben ver­ jüngende Wandung leicht nach außen gewölbt. Ca. 4 mm unterhalb des Randes eine Drehrille, innen und außen. Im Inneren unterhalb der Drehrille ist die Wandung in feine horizontale Reihen aus seichten Buckeln gegliedert. Der massive, flache Griff seitlich eingezogen und am hinteren Ende profiliert, der Rand im Inneren von einer Ritzlinie begleitet. Das vordere Ende in zwei profilierte Klammern auslaufend, deren Form ursprünglich von stilisierten Vogelköpfen herrührt, hier aber bereits völlig abstrahiert ist. Hinten links und rechts im Inneren mit je einer Rosette aus sieben Kreispunzen verziert, vorne spitz aus- laufend (ursprünglich Motive des Vogelschnabels). Die Oberseite des

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