Kunst und Antiquitaeten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst

64 | RÖMISCHES REICH 42 Marmorstatue des Hermanubis mit Zügen Alexanders des Großen, römisch, 1. - 2. Jhdt. Die synkretistische Mischgottheit Hermanu- bis, eine Kombination aus Hermes und Anu- bis, mit Zügen von Alexander dem Großen, mit einem Himation bekleidet. Bis Kniehöhe erhalten. Das Himation um die Hüften mit diagonalem Faltenwurf geschwungen und über die linke Schulter gelegt, von der Schulter und dem an- gewinkelten rechten Unterarm aus fällt es in feiner Fältelung senkrecht nach unten. Die Haltung des Körpers durch den Kontrapost bestimmt, das Knie des rechten Beins als Spielbein leicht nach hinten abgewinkelt. In der linken, geöffneten Hand befand sich ur- sprünglich ein zur Schulter geführter Palm- zweig, in der rechten ein Kerykeion, die jewei- ligen Attribute von Hermes bzw. Anubis. Das jugendlich wirkende Gesicht mit lockigem Haar weist Züge von Alexander dem Großen auf. Der Rücken nur partiell ausgearbeitet mit flachen Stellen. Qualitativ hochwertige Mar- morskulptur aus der Zeit der römischen Be- setzung Ägyptens. Die Funktion der Gottheiten Anubis und Her- mes als Totenbegleiter auf demWeg in die Un- terwelt führte imHellenismus zur Entwicklung dieser Mischgottheit. Den Gottheiten wurden seit dieser Zeit mitunter auch Züge von Alex- ander dem Großen verliehen. Insbesondere in römischer Zeit erfreuten sich Darstellungen des Hermanubis in unterschiedlichen Forma- ten und Materialien großer Beliebtheit. Ein prominentes Exemplar aus Marmor befindet sich in der Bibliotheca Alexandrina in Alexan- dria. Die linke Seite des Kopfes modern ergänzt. Abgesehen von kleinen Bestoßungen sehr gut erhalten, mit schöner glatter Oberfläche. Höhe ohne Steinsockel 84 cm. Provenienz: Aus amerikanischemKunsthan- del. 2021 in amerikanischem Auktionshaus ersteigert, vom Vorbesitzer 2004 in amerika- nischer Galerie erworben.

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