Kunst und Antiquitaeten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst

98 | A Scythian stick attachment (rattle with animal head, probably predatory cat), 7th - 6th century B.C. Iron rod, 23 cm long, pointed at the bottom, opening into an approx. 2.5 cm long spout of a cone-shaped bronze attachment. This is crowned by a stylised animal head, probably representing a predatory cat. The hollow cone is pierced by seven long-triangular slits. Inside is an iron ball that makes a noise when moved. Beautiful olive green patina of the bronze cone top, covered extensively with light bluish oxide deposits. Professional removal of these overlays would show off the smooth surface and details of the animal’s head to advantage. Probably orna- ment of a carriage. Total length 34 cm. Typical example of the early Scythian animal style. P rovenance : East German private collection. 302283 II € 2.000 71 Pseudochalkidischer Bronzehelmmit Widderhörnern, nördlicher Schwarzmeerraum, 4. Jhdt. v. Chr. Zweischaliger Bronzehelm mit Formelementen chalkidischer Helme. Die beiden Hälften der Kalotte mittig durch Nieten in unregelmäßigen Abständen von 1,5 - 4 cm vernietet. Oberhalb der glatt gehaltenen Stirn je eine Rippe nahe der Kanten, die sich über den Scheitel hinweg zum Hinterhaupt ziehen. Zwischen diesen Rippen sitzen die beide Hälften verbindenden Nieten. Am Hinterkopf biegen die Rippen leicht ge- schwungen nach vorne ab. Unterhalb davon unter beiden Rippen eine winklige Rippe parallel zum Verlauf der oberen. Seitlich nach außen getrieben je ein stilisiertes, eingerolltes Widderhorn mit winkligen Rip- pen. Vorne oberhalb des Gesichts zwei nach außen getriebene, getreppt abgesetzte und im Bogen verlaufende „Augenbrauen”, die sich in der Mitte zu einem extrem verkürzten Nasal verbinden. Dahinter der gesamte Rand horizontal verlaufend und nach außen umgebördelt. In der vorderen Hälfte des Helms seitlich je eine u-förmige Wangenklap- pe, die durch ein Röhrenscharnier mit fünfgliedrigem Gewerbe mit dem Helm verbunden ist. Die zweite und vierte Röhre von einer recht- eckigen Scharnierlasche ausgehend, die mit zwei Nieten auf der Innen- seite des Helms befestigt ist. Die mittlere und die äußeren Röhren durch Umbörtelung der oberen Kante der Wangenklappe nach innen erzeugt. Entlang der Kante der Wangenklappe innen eine den Rand begleitende Rippe. Die Innenfläche mit einem von innen herausgetrie- benen Hirsch verziert. Vorne oben ein kleiner sichelförmiger Gesichts- ausschnitt, unten je ein Loch für die Aufnahme eines Verschluss­ riemens. Schöne dunkelgrüne Patina mit vereinzelten Oxydauflagen. Zwei Druckstellen mit kleinen Rissen auf denWidderhörnern, auf dem linken Widderhorn ein weiterer Haarriss. Sonst ausgezeichnet erhal­ tener antiker Helm. Die zweischalige Konstruktion mit Anklängen an späte chalkidische Helme („Augenbrauen” und Nasal, bewegliche Wangenklappen) ist typisch für lokale Formen des nördlichen Schwarzmeerraumes. Die Zweiteiligkeit ist wohl ein Einfluss aus dem mittelasiatischen Raum und untypisch für mediterrane Helme dieser Zeitstellung. Höhe mit Wangenklappen ca. 30 cm, ohne Wangenklappen 18 cm. Breite 20,5 cm. Länge 22,5 cm. Provenienz: Ostdeutsche Privatsammlung. 70 Skythischer Stabaufsatz (Rassel mit Tierkopf), 7. - 6. Jhdt. v. Chr. 23 cm langer, unten zugespitzter Eisenstab, der in eine ca. 2,5 cm lange Tülle eines bronzenen, kegelförmigen Aufsatzes mündet. Dieser von einem stilisierten Tierkopf, wohl eine Raubkatze darstellend, bekrönt. Der hohle Kegel von sieben langdreieckigen Schlitzen durchbrochen. Im Inneren befindet sich eine eiserne Kugel, die bei Bewegung Geräu- sche macht. Schöne olivgrüne Patina des bronzenen Kegelaufsatzes, die großflächig mit leicht bläulichen Oxydauflagen bedeckt ist. Eine professionelle Entfernung dieser Auflagen würde die glatte Ober­ fläche und Details des Tierkopfes vorteilhaft zur Geltung bringen. Wohl Zierde eines Wagens. Gesamtlänge 34 cm. Typisches Beispiel des frühskythischen Tierstils. Provenienz: Ostdeutsche Privatsammlung. 70

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