Kunst und Antiquitäten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst
378 | Giuseppe Valadier, Goldschmied, Städtebauer, Archäologe und seit 1781 Architekt des päpstlichen Palastes. Nach dem Selbstmord seines Vaters Luigi (1726 - 1785), einem der renommiertesten Silberschmiede Europas, führt er auch dieses Handwerk in der Tradition und derselben Qualität weiter. Als Architekt schuf er u.a. 1819 das Teatro Valle und als Archäologe leitete er u.a. 1827 - 1832 die Ausgrabungen am Kolos seum und am Forum Romanum. Camillo Borghese, Fürst von Sulmona und Rossano (1775 - 1832), tritt 1796 in französische Dienste, vermählt sich 1803 mit Pauline Bona parte, der Lieblingsschwester Napoleons, erhält 1804 die Würde eines französischen Prinzen, wird 1805 zum Chef d’escadron in der kaiser lichen Garde ernannt und ist ab 1808 Generalgouverneur von Piemont. Nach Napoleons Abdankung trennt er sich von Pauline und lebt ab 1818 in Florenz und Rom. 496 Giuseppe Valadier (1762 - 1839) - Set von vier Salieren, wohl für Camillo Borghese, Fürst von Sulmano und Rossano sowie Schwager Napoleons I., ab 1796 Silber, teilvergoldet, mehrteilig gearbeitet. Ovaler Untersatz in schwe rer Ausführung mit gerundetemMäanderfries über punziertemGrund am Oberrand, die glatte Wandung mit erhabener und vergoldeter Gir lande und vier Löwenkopf-Maskaronen. Vier ebenfalls vergoldete Füße in Form eines Tatzenpaares. Im Boden Tremolierstich sowie die Punze „LV” (Luigi Valadier, Vater von Giuseppe Valadier) und die der Stadt Rom. Zudem das gravierte Monogramm „CB” unter Fürstenhut. Zweiteiliger Einsatz mit vergoldeter Innenfläche, die mittige Trenn wand mit erneuten Silberpunzierungen sowie kräftiger konischer Tülle für den verschraubten silbernen Aufsatz in Form des napoleonischen Adlers, die Donnerkeile ebenfalls gepunzt. Maße ca. 17 x 15 x 9 cm, Gesamtgewicht 3078 g.
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