Kunst und Antiquitäten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst
30 | 9 Applike aus Silber mit Stierkopf und Zellwerk mit Steineinlagen, elamitisch, spätes 3. - frühes 2. Jtsd. v. Chr. Außergewöhnlich lebendig gestalteter Stier- kopf mit fein modellierter Oberfläche und markant betonten anatomischen Details wie Nüstern und Augenlidern. Die Ohren und das Gehörn separat gearbeitet, in Löcher einge- setzt und verlötet. Ursprünglich weiße Stein- einlage in beiden Augenhöhlen, nur in der linken erhalten, dort mit die Pupille markie- render Bohrung. Das Gehörn mit leichter Spiralwindung in einer S-Schleife majestä- tisch nach oben gezogen. Im Gegensatz zu dieser naturalistischen Dar- stellung des Stierkopfes mit ihren organischen, rundlichen Formen steht der untere Teil der Applike: ein Zellwerk mit strengen geome trischen Mustern, die in komplexer Weise zusammengefügt sind. In den Zellen Steinein- lagen aus verschiedenen Farben: blau (Lapis- lazuli), cremefarben und dunkel. Die zentrale Raute mit reicher Binnengliederung in vier innere Rauten, die ihrerseits in drei Zonen un- terteilt sind: ein mittleres Kreuz zwischen zwei Dreiecken. Die Seiten der zentralen Raute von jeweils sechs freistehenden Kreuzen be- grenzt. Beide Teile sind auf der Rückseite durch eine oben rundliche und unten trapezoide Klam- mer durch Lötung zusammengefügt. Die Ein- lagen waren mit einem Kitt festgefügt, von dem sich Reste erhalten haben. Mehrere der Einlagen sind verloren. Ein Meisterwerk frühelamitischer Silber- schmiedekunst und zugleich früher Juweliers- kunst, wie sie in den altorientalischen Staaten aufblühen konnte. Äußerst selten und in die- ser Feinheit der Ausführung und Komplexität der Anlage kaum zu finden. Länge 14,2 cm. Gewicht 66,26 g. Provenienz: Rheinische Privatsammlung, übernommen aus dem Besitz des Vaters.
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