Antike Waffen und Ruestungen

WAFFEN UND RÜSTUNGSTEILE PERSISCHES REICH 1029 Prunk-Shamshir von Asadullah Isfahani, Indien und Persien, 18./19. Jhdt., die Klinge Nadir Shah Afshar (1688 - 1747) gewidmet Kräftige, leicht gekrümmte Klinge aus Wootzdamast, amAnsatz beid­ seitig sowie auf dem Klingenrücken mit goldtauschierten Inschriften versehen, darunter u. a. die Basmala sowie dieWidmung an Nadir Shah („Nadir Tadjdar”) und die Signatur „Asadullah Isfahani”. Polychrom emailliertes, reich mit Diamanten und geschliffenen Rubinen verzier­ tes Gefäß aus vergoldetem Silber mit prächtigemBlatt- und Rankende­ kor, die Enden der Mitteleisen und der Knauf in Tigerköpfen endend. Samtbezogene Holzscheide mit en suite zumGefäß dekorierten, eben­ falls diamant- und rubinbesetzten Beschlägen und zwei reliefierten Trageringen. Länge 101 cm. Nadir (oder Nader) Schah Afschar wurde am 22. Oktober 1688 in Dast­ gerd in Chorasan geboren und starb am 20. Juni 1747 in Quchan, indem er durch Gefolgsleute ermordet wurde. Er stammte aus vergleichsweise einfachen Verhältnissen. Als sein Vater, ein Kleinbauer und Hirte, starb, wurden er und seine Mutter gefangen genommen und als Sklaven verkauft. Nadir konnte der Sklaverei ent­ kommen und wurde schon in jungen Jahren der Anführer einer Söld­ nerschar. Er eiferte seinen Vorbildern Dschingis Khan und Tamerlan nach und verdiente sich rasch einen Ruf als genialer Feldherr. Historiker bezeichneten ihn verschiedentlich als „zweiten Alexander” oder „Na­ poleon Persiens”. Er regierte später als Schah Persiens von 1736 bis 1747 und gründete die Dynastie der Afschariden. Sein Herrschaftsgebiet reichte vom Kaukasus bis zum Indus und ans Südufer des Persischen Golfs. Einer seiner Feldzüge führte ihn 1738 auch bis nach Delhi ins Reich der Mogulkaiser. Als Nadir Schah die Stadt erobert hatte und sie im Mai 1739 wieder verließ, nahm er tausende von Sklaven mit sich. Er erbeutete auch den berühmten Pfauenthron, der anschließend zum Symbol aller persischen Herrscher wurde. Zu seiner Beute gehörten angeblich 700 Elefanten, 4.000 Kamele und 12.000 Pferde. Sie zogen Wagen, die allesamt mit Gold, Silber und Edelsteinen beladen waren, zu den u. a. die berühmten Diamanten Koh-i-Noor („Berg des Lichts”) und Darya-ye Noor („Meer des Lichts”) zählten. | 35

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