Aus Burgen und Schlössern - Ausgesuchte Kunst und Kunsthandwerk von der Antike bis ins 20. Jhdt.
94 | 30 Hartmann Schedel, Das Buch der Chroniken, Nürnberg, A. Koberger, 1493 Die Chronik von Schedel, auchNürnberger Chronik genannt, fügt sich ein in eine lange Reihe von „Chronica” genannten Darstellungen der Weltgeschichte (z.B. Johannes Stumpf, Schwytzer Chronica), erschienen am Ende des 15. und An fang des 16. Jhdts. Das Hauptwerk des deutschen Historikers Hartmann Schedel gilt als die am reichsten illustrierte In kunabel überhaupt. Sie erschien erstmals 1493 in Nürnberg, zunächst in einer lateinischen, sechs Monate später in gerin gerer Auflage in einer deutschen Fassung. Die Holzschnitte entwarf Michael Wolgemut, wohl auch mit Beiträgen von Al brecht Dürer. Die Geschichte der Welt wird in der Tradition der Zeit in Weltaltern darstellt, von der Erschaffung bis zum Jüngsten Gericht. Von besonderer Bedeutung sind die Stadtansichten, davon 29 doppelseitig, und die zwei doppelseitigen Landkar ten, eine Europakarte und eine Weltkarte, diese noch ohne Amerika. Groß-Folio (46,5 x 33,5 cm). 297 Blätter (287 num., 10 nicht num.). Zwei doppelblattgroße Holzschnittkarten, mehr als 1800 Holzschnitte (einige wiederholt). Erste deutscheAusgabe, Dez. 1493, mit den Illustrationen der lateinischen Ausgabe. Blindgeprägter Halbschweinsle derband des 16. Jhdts. über Holzdeckeln; zwei Messingschlie ßen. Der Deckel mit Pergament aus einer Missalehandschrift des 15. Jhdts. bezogen, fleckig und berieben, die Ecken ange stoßen, der Rückendeckel gebrochen und in alter Zeit repa riert. Das Papier etwas gebräunt und mit Gebrauchsspuren (Fingerflecken, zumTeil Wasser-, Braun- und Tintenflecken), einige Blätter mit geringfügigen Blattein- bzw. -ausrissen, die se zumTeil alt repariert. Titel mit kleiner Eckreparatur. Holz schnitt auf Bl. 50 ankoloriert, wenige alte Anstreichungen oder Marginalien. Vereinzelte Wurmlöchlein. Vorsatz und hint. Innendeckel mit Einträgen d. 17. Jhdts. Titel mit alter Datierung und Besitzvermerk desWürzburger Notars Philipp Friedrich Agricola (dat. 1683), dessen gest. Wappenexlibris sich auch im vord. Innendeckel findet. Hain 14510; GWM40796; BMC II, 437; Goff S-309. Lot 30
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDA0OTk=