Aus Burgen und Schlössern - Ausgesuchte Kunst und Kunsthandwerk von der Antike bis ins 20. Jhdt.

68 | einem getriebenen Perlband, auf das wiederum am Rand ein umlaufender Schriftzug folgt, bei dem es sich um ein Epi- gramm des spätbyzantinischen Dichters Manuel Philes (ca. 1270 - 1330/1340) handelt. Dieses lautet inÜbersetzung: „Rei- nes Mädchen, du lebst; und auch wenn du schweigst, ist dies nicht befremdlich. Denn das Schweigen geziemt den Jungfrau- en. Vielmehr aber atmest du auch und trägst das Wort Gottes. Der hintere Teil desMedaillons besitzt die doppelteDicke des Vorderteils. Es ist konstruiert wie ein Pilgerfläschchen und konnte Salböl (oder Weihwasser) aufnehmen. Verschlossen wird es oben durch einen stiftartigen Schraubverschluss. Das Medaillon auf der Rückseite ist nicht konkav. Es zeigt - eben- falls imHalbrelief - Christus als Schmerzensmann: das Haupt 20 Bedeutender Reliquiaranhänger, spätbyzantinisch, 2. Hälfte 14. - Anfang 15. Jhdt. Runder, zweiteiliger Medaillon-Reliquiaranhänger mit au- ßergewöhnlich qualitätvoller Darstellung der Muttergottes mit Kind auf der Vorder- und Christus auf der Rückseite. Die Vorderseite nach links aufklappbar. Links ein Scharnier, rechts ein Verschlussscharnier, oben Aufhängung in Form einer Doppelöse. Die zentraleDarstellung der beiden Figuren in nahezu plastischer, meisterhafter Form. Innerhalb des kon- kavenMedaillons links und rechts die flankierende Beischrift: Μ(ΗΤ)ΗΡ Θ(ΕΟ)Υ Η ΓΑΡΖΟΥΛΗΟΤΗCΑ = Mutter Gottes Garzuliotissa (oder Suliotissa?). Das Bildfeld gerahmt von

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