Internationale Orden & militärhistorische Sammlungsstücke - A83
28 | DEUTSCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN BAYERN 1018 Leopold Freiherr von Leonrod - Bruststern zumHubertus- Orden 1899 im Etui Achtstrahliger, handbrillantierter Stern aus Silber in flacher Ausführung, die Kreuzauflage und Inschrift „IN TREU FEST” in Gold ausgeführt, weiß und transluzid rot emailliert, minimal gechipt und haarrissig. Die Rückseite vergoldet (oxydiert), die Kreuzarmauflagen versplintet, mit geprägtemHersteller-Signet „ORDENFABRIKE.QUELLHORST MÜNCHEN” (späteres Signet). Breite 103 mm, Gewicht 92,4 g. Zu sammen mit alter (auf Visitenkarte Wilhelm Freiherr von Leonrods) Familien-Notiz „Hubertus-Orden vonOnkel Leopold Justizminister”, im Etui (Druckknopf-Verschluss defekt) von „Juwelier E.QUELLHORST MÜNCHEN”. Privates (eines der letzten) Exemplar des Trägers, da erst mit Beginn des 20. Jhdts. vom Orden probemäßig Metallsterne ver- ausgabt wurden. Eduard I. Quellhorst (1841 - 1901) fertigte ab 1868 bis zu seinem Tod in der Münchener Windenmachergasse. Der am 13. Dezember 1829 in Ansbach geborene Leopold Freiherr von Leonrodwar der Sohn des Bayerischen, Königlich Preußischen undGroß- herzoglich Badischen Kammerherrn Ludwig Freiherr von Leonrod (1774 – 1859) sowie der Bruder des Generalleutnants Karl Freiherr von Leonrod (1814 – 1905). SeineMutter Rosina Freiin von Stengel (1786 – 1862) war die Enkelin des bayerischen Finanzfachmannes Stephan von Stengel, eines vermeintlich natürlichen Sohnes Kurfürst Karl Theodors. Er war in München ab 1857 als Jurist (Dr. jur. h.c. Erlangen) tätig. 1887 berief ihn Prinzregent Luitpold zumJustizminister des Königreichs Bayern. Ab 1865 war Leopold Freiherr von Leonrod als Kämmerer Mitglied des König lichen Hofstaates; 1892 wurde ihm das Großkreuz des Michaels-Ordens und 1895 das des Zivil-Verdienstordens der Bayerischen Krone verliehen, bevor er 1899 als Kapitular in den Haus-Ritterorden vom heiligen Huber- tus aufgenommen wurde. Aufgrund eines Augenleidens trat er 1902 vom Amt des Staatsministers zurück; er verstarb am 6. Oktober 1905 in München. 1906 wurden die Münchener Kasernenstraße (Neuhausen- Nymphenburg) und der Leonrodplatz nach ihm benannt. Provenienz: „Die Freiherrn von Leonrod - K.B. Kammerherrn, Oberst- hofmeister, Widerstandskämfer”, Hermann Historica 78. Auktion 2019, Los 1024. Leopold Freiherr von Leonrod - a Breast Star of the Order of St. Hubert 1899, in the presentation case The eight-rayed, silver star faceted by hand, in the flat design, the cross appliqué and inscription “IN TREU FEST” (Firm in Fidelity) in gold, enamelled in white and translucent red, minimal chipping and hairline cracks. The gilt back oxidised, the cross arm appliqués fixed with pins, with the manufacturer’s embossed signet “ORDENFABRIK E.QUELLHORST MÜNCHEN” (later signet). Width 103 mm. Weight 92.4 g.Together with an old family note on one of Wilhelm Freiherr von Leonrod’s calling cards (tr.) “Minister of Justice Uncle Leopold’s Order of St. Hubert”, in the presentation case (push button fastener damaged) by “Juwelier E.QUELLHORSTMÜNCHEN”. A private medal (one of 1018
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