Internationale Orden & Militaria - A82

430 | Charles was awarded the Pour le Mérite order in recognition of the achievements of the artillery he commanded in the Franco-Prussian War 1870/71. To this day, however, the prince, whom Fürst von Pückler-Muskau called a "connoisseur and protector of beauty", enjoys a reputation as a great – some might even say manic – collector. His summer residence, Glienicke Palace, and his Palace on Wilhelmsplatz in Berlin were soon overflowing with objects from his antique and medieval collections, amassed during his numerous travels through Italy, Russia (his sister Charlotte was the consort of the Russian Tsar Nicholas I) or acquired from palaces, churches and monasteries. Countless treasures from his collection, including his considerable weapons collection, were loaned to the Kunstgewerbemuseum or the Zeughaus armoury on the boulevard Unter den Linden in Berlin. Furthermore, at the request of his brother, FriedrichWilhelm IV, Prince Charles became GrandMaster of the re-established Order of Saint John in 1852/3, with which he was also involved in founding the predecessor society of the Red Cross in 1864. On his death in 1883, he bequeathed one million Goldmark to the Order of Saint John, enabling it to main- tain an infirmary for workers. 5670 Prinz Carl von Preußen (1801 - 1883) - zwei Karaffen und neun Gläser aus seinem Speiseservice Feines, mundgeblasenes Glas, jeweils mit Goldrand am Boden und an der Lippe sowie geschnittenem und vergoldetem Spiegelmonogramm „C” unter der preußischen Königskrone. Die zwei bauchigen Karaffen mit langem Hals, Höhe je 15,6 cm, die Verschlussstöpsel fehlen. Drei Rotweingläser, Höhe je 16,5 cm. Zwei Wassergläser, Höhe je 15 cm. Eine Champagnerflöte, Höhe 17 cm. Eine Sektschale, Höhe 10,4 cm. Zwei Likörgläser, Höhe je 10 cm. Unbeschädigt, die Vergoldungen partiell berieben. 264108 I - II € 600 5671 Prinz Carl von Preußen (1801 - 1883) - zwei große Karaffen, zwei Eiswürfelschalen und ein Glas aus einem Trinkservice Schweres, mundgeblasenes Glas, jeweils mit „C” unter der preußischen Königskrone in dickemGoldauftrag. Achtfach facettierte Karaffen mit Sternschliff imBoden, die eine mit bauchiger, die andere in Kegelform. Die Hälse jeweils durch Nodi unterteilt, komplett mit den Verschluss- stöpseln, Gesamthöhe 29 und 26 cm. Die Eiswürfelschalen mit Stern- schliff im Boden, sechzehnfacher Facettierung am Ansatz und ge- schnittener Bordüre darüber. Runde Form mit je zwei seitlichen Ausgießern bzw. Aufnahmen für die Eiszange. Höhe 9,5 und 10 cm. Das Glas ebenfalls mit Sternschliff imBoden und konisch erweitertem, achtfach facettiertem Korpus, der Lippenrand mit einem Ausbruch und einigen Chips, Höhe 9 cm. 264109 I - II € 600 D ie folgenden 22 Positionen stammen aus demNachlass des Prinzen Carl von Preußen (1801 - 1883), seines Sohnes Prinz Friedrich Karl von Preußen (1828 - 1885) und seines Enkels Prinz Friedrich Leopold von Preußen (1865 - 1931). Prinz Carl, nach den beiden späteren Königen Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I. dritter Sohn von König Friedrich Wilhelm III., tritt bereits 1811 der Armee bei und beginnt 1820 als Major im 1. Garde­ regiment zu Fuß seinen aktiven Dienst. 1830 wird er Kommandeur der 2. Garde-Division, 1832 Generalleutnant, 1836 Kommandierender General des IV. Armee-Korps und 1844 General der Infanterie. 1854 wird er Generalfeldzeugmeister und Chef der preußischen Artillerie, die er nachhaltig modernisiert, nicht zuletzt mit der Einführung von gezogenen Läufen statt der bis dato verwendeten glatten. Für die Erfol- ge der von ihm geführten Artillerie im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erhält Prinz Carl den Orden Pour le Mérite. Bis heute ist der Prinz, dem Fürst von Pückler-Muskau den Titel „Kenner und Beschützer des Schönen” verlieh, aber v.a. als großer, von manchen gar als manisch bezeichneter Sammler bekannt. Seine Sommer­ residenz, das Landschloss Glienicke, wie auch sein Palais am Wilhelmsplatz in Berlin waren bald überfüllt mit Objekten seiner An- tiken- sowie Mittelaltersammlung, die er von zahlreichen Reisen nach Italien, Russland (seine Schwester Charlotte war Gemahlin des russi- schen Zaren Nikolaus I.) oder aus Palästen, Kirchen und Klöstern zu- sammentrug. Zahlreiche seiner Sammlungsschätze, auch seiner bedeu- tenden Waffensammlung, fanden als Leihgaben Eingang in das Berliner Kunstgewerbemuseum oder das Zeughaus "Unter den Linden". Prinz Carl wird 1852/53 auf Wunsch seines Bruder Friedrich Wilhelm IV. Herrenmeister des wiederhergestellten Johanniter­ ordens,mit dem er 1864 auch an der Gründung des Vorläufervereins des Roten Kreuzes beteiligt war. Mit seinemTod 1883 vermacht er dem Johanniterorden eine Million Goldmark, wofür ein Siechenhaus für Arbeiter unterhalten werden konnte. T h e following 22 lots are from the estates of Prince Charles of Prussia (1801 - 1883), his son Prince Friedrich Karl of Prussia (1828 - 1885) and his grandson, Prince Friedrich Leopold of Prussia (1865 - 1931). Following in the footsteps of the two later kings, Friedrich Wilhelm IV and Wilhelm I, Prince Charles, the third son of Friedrich Wilhelm III, joined the army in 1811 and began his active service as a Major in the 1st Foot Guard Regiment in 1820. He rose to commander of the 2nd Guard Division in 1830, Generalleutnant in 1832, Commander-in-Chief of the IVth Army Corps in 1836 and General der Infanterie in 1844. In 1854, he became Generalfeldzeugmeister and head of the Prussian artillery, which he modernised comprehensively, not least by introducing rifled bores instead of the smooth bores that were previously used. Prince

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