Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt - A82

1552 Voll verbeinte Armbrust von Johann Bensheimer d. Ä., Dresden, Ende 17. Jhdt. Kräftiger, sich verjüngender Stahlbogen, auf der rechten Innenseite die eingestempelte Radmarke mit Strahlenkranz. Vergoldeter Einbund, grüner Wollaufputz, grüner Zopf und geflochtene Hanfsehne in Origi- nalerhaltung. Schlanke, voll verbeinte Holzsäule, alle Seiten reich gra- viert mit Ranken und Jagdszenen, dabei Reiter, Bären, Hirsch, Hase, Vogel, Drachen, Landschaftshintergründe mit Schlössern. Am Säule- nende beidseitig Auflagen aus graubraunem Horn, beinerne Kolben- kappe. Unterseitig nahe der Nuss die Herstellersignatur „J. B. Senior f.“ (Johann Bensheimer Senior fecit). Nuss aus Geweih, in originalem Faden laufend, darüber ein Nussband aus grünem Stoff, mehrachsi- ges Schloss, Bolzenhalter aus Horn. Krummstück an der Unterseite gestempelt mit doppeltem Tatzenkreuz und Jahreszahl „1569“. Klei- ne Altreparaturen, Risse, Bolzensattel und Abzugsbügel neu ergänzt. Länge (mit Ring) 69 cm, Bogenweite 69 cm. Johann Bensheimer d. Ä. (1. Hälfte 17. Jahrhundert – um 1710) war Armbrustmacher und Kupferstecher des sächsischen Kurfürsten Johann Georg II. Sein Sohn gleichen Namens ist bis 1747 imDienst der sächsischen Kurfürsten/polnischen Könige nachweisbar. Vgl. H. Rich- ter, Die Kunst der Armbrustmacher in Dresden, S. 16, 17. Zwei signier- te Bolzenschnepper des Herstellers befinden sich in der Rüstkammer Dresden und in den Kunstsammlungen der Veste Coburg. Bensheimer d. Ä. wirkte lange in Danzig und kehrte in den 1670er Jah- ren in seine Heimatstadt Dresden zurück. Für die vorliegende Arm- brust griff er evtl. auf ältere Teile aus seinem Vorrat zurück. Prachtvolle Armbrust vom Typ der Rüstung, gefertigt von einem säch- sischen Hof-Armbrustmacher. 448 |

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