Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt - A82
| 227 1287 Seltener spätgotischer Eisenhut, deutsch, um 1500 Schwere, einteilig geschlagene Kalotte mit schlank auslaufender Spitze. Am unteren, stark eingezogenen Rand seitlich je zwei dop- pelte Lochungen zur Befestigung des Kinn- riemens. Breite, einteilig geschmiedete, leicht nach unten geneigte Krempe mit umlaufenden Futternieten. Kantig nach oben gebördelter Rand. Die Innenseite mit kräftigem Ham- merschlag, Reste der alten Belederung. Höhe 23 cm, Maße der Krempe 41,5 x 38,5 cm, Ge- wicht 3180 g. Seltener, nur in wenigen Exemplaren erhalte- ner Helmtyp, der auf zahlreichen Bildquellen der Spätgotik und Frührenaissance zu sehen ist. Entgegen der häufig vertretenen Meinung, dass es sich hier um einen rein knechtischen Helmtypus handelt, zeigen viele zeitgenössi- sche Bildquellen, dass er zusammen mit ei- nem Bart auch von Rittern getragen wurde. So findet sich z.B. auch im 1517 erschienenen „Theuerdank ein Holzschnitt“, bei dem ein vergleichbarer Eisenhut zum vollen Harnisch amHofe Kaiser Maximilians I. getragen wird. Ein vergleichbares Exemplar mit noch erhalte- nem, originalemKinnriemen ist in der Samm- lung des Danish War Museums im Zeughaus von Kopenhagen ausgestellt. Ein gut erhalte- ner Bodenfund desselben Typus befindet sich in den Beständen des Déri-Museums in Deb- rezin/Ungarn.
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