Kunst & Kunsthandwerk, Antiken

204 | fädeln an einer Kette oder einem Band. Am unteren Ende eine wei­ tere, kleinere und leicht nach links abgebogene Öse. Am linken Eck der Fassung seitlich und oben Ausbrüche der Fassung, sonst intakt. Länge mit Fassung von Öse zu Öse (ohne Ring) 5,3 cm. Länge des Lesesteins 4,7 cm. Lesesteine wurden im 13. Jhdt. erstmals in Klöstern hergestellt, nach- dem der schlesischeMönchWitelo das Prinzip des Lesesteins in seinem Werk Peri Optikes („Über die Optik”) dargelegt hatte. Bereits gegen Ende des 13. Jhdts. wurden erste Brillen hergestellt. Hochinteressantes Objekt aus der frühesten Entwicklungsphase opti- scher Lesehilfen im europäischen Mittelalter. 1866 Lesestein aus Kristall, mit gezähnter, punzierter Silberfas- sung, mittelalterlich, 13. - 15. Jhdt. Im Umriss wappenschildförmiger Bergkristall, auf der Unterseite flach, auf der Oberseite gewölbt geschliffen. Entlang der Kante auf der Unterseite und den Rändern von einer silbernen, ornamental ver- zierten und seitlich gezähnten Fassung umgeben. Eine bereits antike Absplitterung des Lesesteins am rechten Rand der unteren, runden Hälfte, wurde bei Anfertigung der Fassung durch ein bewusst erheb- lich größer gestaltetes, dreieckiges „Blatt” weitestgehend verdeckt. Der Lesestein könnte somit deutlich älter sein als die silberne Fas- sung. Am oberen Ende eine kleine Öse mit größerem Ring zum Auf- 1866 1866

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