A79 Schusswaffen

| 83 59 Ein Paar Luxus-Büchsen mit chemischen Schlössern, Joseph Reisinger, Wels, um 1820 Achtkantige, mittig leicht eingezogene Läufe mit originaler Brünierung. Achtfach gezoge- ne Seelen im Kaliber 13 mm. An Laufansät- zen und Mündungen reiche ornamentale Sil- bereinlagen, eingeschobene Visierung mit justierbaren Kimmen. Auf den Laufobersei- ten in Silber eingelegte Signatur „Joseph Rei- singer in Wels”. Gravierte Schwanzschrau- benblätter mit Nummerierung „1” bzw. „2”, eingesteckte Diopter. Fein gravierte Schloss- platten mit Darstellung von Hirschbullen im Wald, rechts unten gravierte Signatur „Ios. Reisinger in Wels”. Rückschläger-Hähne, Batterien mit eingeschraubten Zündstiften für chemische Zündstoffe (Knallquecksil- ber?). Klappbare Pfannenabdeckungen. Ab- züge mit feinen Nadelstechern. Vollschäfte aus schön gemasertem, fein verschnittenem Nussbaumholz mit Nasen aus dunklemHorn. Kolben mit Kolbenkästen, in einem Kasten Vierkantschlüssel zum Herausnehmen der Zündwalzen und Ersatzteil. Auf den Wangen in Silber eingelegtes Wappen (?) mit Wein- traube unter Krone. Garnituren aus feuerver- goldetem Messing mit graviertem Ranken- und Rocaillendekor. Hölzerne Ladestöcke mit Horndoppern. Länge je 114 cm. Extrem hochwertiges Büchsenpaar mit selte- nem Zündmechanismus, in nahezu neuwerti- gem Zustand. Zu Beginn des 19. Jhdts. gab es zunehmend Versuche, Zündsysteme auf Basis von Knall- quecksilber oder ähnlichen chemischen Zünd­ stoffen zu fertigen. Neben den bekannten in England gefertigten Waffen mit System For­ sythe, gab es besonders in Österreich zahl­ reiche Waffen mit unterschiedlichen chemi- schen Zündsystemen.

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