3519 Königliche Siegelkapsel mit „Gnaden Sigell“, wohl aus der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms I. 1713 - 1740 Gedrechselte Siegelkapsel aus Obstholz mit Resten der schwarz-weißen Kordel. Sehr gut erhaltenes rotes Wachssiegel. Außendurchmesser der Kapsel 9,5 cm. 339418 II € 200 3520 König Friedrich II. von Preußen (1712 - 1786) - signierter Brief vom 25. Februar 1773, wohl an den Herausgeber des „Mercure de France“ Jacques Lacombe (1724 - 1811) Doppelbogen Büttenpapier (Maße 21,8 x 18,8 cm). Auf Französisch verfasster Diktatbrief, „Votre bulletin de france devient tout les jours interessant. Je trouve surtout bien curieux celui du II dec.e. [..] Potsdam ce 25 de février 1773.“, mit eigenhändiger Tintenunterschrift „Frederic“. Doppelt gefaltet, schöne Erhaltung. Jacques Lacombe, bereits seit 1761 Mitglied der Redaktion des Mercure de France, war von 1768 bis 1778 Eigentümer dieser 1672 gegründeten Revue Francaise. 336938 II € 350 3521 König Friedrich II. von Preußen (1712 - 1786) - eigenhändig signierter Brief „An den General Major v. Bosse“ aus dem Bayerischen Erbfolgekrieg, 1779 Handgeschöpftes Papier (Maße 22,7 x 18,8 cm) mit handschriftlichem Diktattext in Tinte, datiert „Breslau den 29ten January 1779“. Friedrich der Große mahnt den Kommandeur des Dragoner-Regiments Nr. 11, es sei „sehr gut und nöthig, daß Ihr Eurer Seits alle mögliche precautions nehmt, auch dahin sehet, daß die Officiers dorten, beständig sehr alert, und auf ihrer Huth sind, damit sie nicht surpreniret werden, und wenn der Feind zu starck ist, so ist wohl das sicherste, daß ihr etwas zurück gehet, und nachher zu sehet, wie Ihr ihn denn aufm Halß gehen könnet: Ihr habt also darnach Eure Maaßregeln mit aller Vorsicht, und gehörig zu nehmen, und Mir, was dorten weiter vorgeht, gleich zu melden. Ich bin Euer Wohl affectionierter König“, mit eigenhändiger Tintenunterschrift „Frch“. Am Unterrand Adressierung. Leicht fleckig, zwei kleine Heftlöcher. Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Maximilian III. Joseph 1777 und dem damit verbundenen Aussterben der bayerischen Wittelsbacher sollte das Kurfürstentum Bayern an die Linie Pfalz-Sulzbach der Wittelsbacher fallen. Kaiser Joseph II. von Österreich erhob jedoch Ansprüche auf Niederbayern und die Oberpfalz und marschierte im Januar 1778 dort ein. Friedrich der Große ließ daher seine Truppen im Juli 1778 in Böhmen einmarschieren. Dieser im Volk als „Kartoffelkrieg“ oder „Zwetschgenrummel“ bezeichnete Erbfolgekrieg war durch große Nachschubprobleme geprägt, weswegen die Truppen auf beiden Seiten Lebensmittel vor Ort requirieren mussten und militärische Auseinandersetzungen weitestgehend vermieden wurden. Interessanter Brief, der die vorsichtige und auf Zurückhaltung ausgerichtete Taktik des preußischen Königs wunderbar widerspiegelt. 3519 3520 320 |
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