A106 Orden und Militaria bis 1918

3438 König Ludwig II. von Bayern - goldene Savonette mit schwerer Uhrenkette, Geschenk an seinen Oberstallmeister Max Karl Theodor Graf von Holnstein (1835 - 1895) Das Gehäuse aus 14-karätigem Rotgold. Funktionstüchtiges Brückenuhrwerk mit Handaufzug. Der Rückseitendeckel mit verschraubtem Portrait des kgl. Lieblingshengstes „Luitprand“, innen Feingehaltspunze „14K“. Der Staubdeckel mit Widmungsgravur „Geschenk Seiner Majestaet König Ludwig II.“. Der Deckel der Vorderseite mit gewölbtem Glaseinsatz, der Rand wie auf der Rückseite mit reliefiertem Eichenlaubdekor. Weißes Emaille-Ziffernblatt mit römischen Ziffern und kleiner Sekunde auf der „VI“, goldene Lanzettzeiger. Durchmesser 50 mm, Gewicht 93,8 g. Die schwere Uhrenkette aus Gelbgold, gefertigt aus je dreifach geriffelten, verschlungenen Gliedern mit großem und kleinem Karabinerhaken. Anhängendes Medaillon mit Portrait eines Reiters zu Pferd in Rocaillen-Umrahmung. Länge 34 cm, Gewicht 153 g. Montiert auf prunkvollem Stellrahmen aus Messing mit teils erhaltener Vergoldung, überhöht durch hochovales Medaillon mit spielenden Kindern, signiert „J.P. Legastelois“. Im Passepartout aus lachsfarbener Seide und mit blütenbesticktem Portrait des Grafen von Holnstein im Stall mit Jagdkleidung, Gewehr und Pfeife. Rückseite und Stellstütze ebenfalls aus Messing. Rahmenmaße 24 x 16,5 cm. Hochbedeutendes Geschenk des Königs an seinen Oberstallmeister, Ratgeber und Jugendfreund. Seit 1857 Reichsrat und Majoratsherr, wurde Holnstein 1863 wegen eines illegalen Pistolenduells zu Festungshaft verurteilt, 1865 von König Ludwig begnadigt und 1866 zum kgl. Oberstallmeister ernannt. Als Kindheitsfreund der Brüder Ludwig und Otto wurde er zudem einer der wichtigsten Ratgeber des Königs, der im Vorfeld der Kaiserproklamation von 1871 auch für den König die Verhandlungen mit Otto Fürst von Bismarck führte. Er überbrachte auch den sog. „Kaiserbrief“ in Versailles und wickelte in der Folge auch die vor der bayerischen Regierung streng geheim gehaltenen Zahlungen ab, für die Ludwig der Kaiserkrönung Wilhelms I. von Preußen zustimmte. Graf von Holnstein, der den König wegen der Zahlungen in der Hand hatte und dies zu nutzen wusste, war auch maßgeblich an der Entmündigung Ludwigs beteiligt und wurde bis zu dessen Tod auch zu seinem Vormund ernannt. > | 267

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