A105 Antike, historische und moderne Schusswaffen

PREUSSEN 1593 Perkussionsmuskete, 18. Jhdt. Glatter Lauf im Kaliber 18 mm, auf dem Schwanzschraubenblatt einfache Kimme. Aptiertes Perkussionsschloss, geschwärzter Vollschaft mit angesetztem Vorderschaft und Messinggarnitur. Eisenteile gereinigt und stellenweise leicht narbig. Schaft bestoßen und berieben, mit Reparaturen im Bereich der Laufbettung, Alters- und Gebrauchsspuren. Länge 142 cm. Aus alten Teilen zusammengestellte Waffe. Dazu ein Tüllenbajonett. Länge 59 cm. 331076 III + € 250 1594 Steinschloss-Infanteriegewehr M 1787/90, Preußen Runder, leicht konisch zulaufender Lauf mit glatter Seele im Kaliber 19 mm. Steinschloss mit fehlender Rastfeder. Auf der Innenseite geschlagene Hennenmarke (Suhl?). Glatte, am Absatz gekehlte Schlossplatte. Vollschäftung mit Messinggarnitur und vakanter Daumenplatte aus Messing. Schaftkappe an der Oberseite mit stark verputztem Truppenstempel „RO N2, C N 35“(?). Ladestock fehlend. Reparaturspur am Lauf linksseitig des Messingkorns, am Schaft linksseitig hinter der Nase sowie rechtsseitig am Kolben. Schaft wurmstichig mit mehreren Rissen. Ein Ausbruch rechtsseitig am Holz bei der unteren Schaftkappenschraube. Länge 146 cm. 337515 III + € 800 1595 Infanteriegewehr M 1839/55 U/M Gezogener Lauf im Kaliber 18,5 mm mit fünf Zügen, Seele rau. Auf dem Oberring aufgelötetes Korn, auf der Laufoberseite verstellbare Visierung und an der Kammer links die Jahreszahl „1848“ und rechts die Jahreszahl „1856“ sowie diverse Abnahmen. Perkussionsschloss mit Herstellerbezeichnung Krone/ Potsdam/G.S. Nussholzschaft, Schlossgegenseite und Unterseite gestempelt. Ebenfalls gestempelte Eisen-/Messinggarnitur. Eiserner Ladestock fehlt. Auf der Kolbenkappe Truppenstempel „16.L.R.1.138.“ (16. LandwehrRegiment, 1. Kompanie, Waffe 138). Alle Teile fachmännisch überarbeitet und mit kleinen Ergänzungen im Kolbenbereich sowie Fehlstellen an der Vorderschaft-Unterseite. Stramme Schlagfeder und guter Piston. Zwei Riemenbügel. Länge 144 cm. Da die vorliegende Waffe exakt nach der preußischen Stempelvorschrift von 1877 gestempelt wurde, darf man davon ausgehen, dass diese Waffe noch einige Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg in der Landwehr geführt wurde. Da man in Preußen fürchtete, in den Krimkrieg (1853 - 1856) hineingezogen zu werden, suchte man nach einer günstigen und schnellen Möglichkeit, sämtliche Infanteriewaffen mit gezogenen Läufen auszustatten. Man hatte in Preußen zwar schon begonnen, die Truppen mit Zündnadelgewehren auszurüsten, aber von den benötigten 372.600 Zündnadelgewehren waren erst 60.000 Stück vorhanden. Am 20.3.1855 beschloss man daher, die glattläufigen Infanteriegewehre umzurüsten. Für die vorhandenen großkalibrigen Infanteriegewehre eignete sich das System Minié besonders gut. Bereits im August 1856 hatte man 220.000 Infanteriegewehre M 1839 und 80.000 ältere Infanteriegewehre M 1809 U/M mit gezogenen Läufen ausgestattet. Die Infanteriegewehre M 1839/55 U/M, die ohnehin immer nur als Notbehelf gedacht waren, wurden bereits Mitte der 1860er-Jahre, als ausreichende Mengen von Zündnadelgewehren zur Verfügung standen, in den Depots als Reservebewaffnung eingelagert. 328892 II + € 500 1596 Infanteriegewehr M 1839/55 U/M Gezogener Lauf im Kaliber 18,5 mm mit fünf Zügen, Seele etwas rau, durch Reinigung zu verbessern. Auf dem Oberring aufgelötetes Korn, auf der Laufoberseite verstellbare Visierung und an der Kammer links Jahreszahl „1849“, rechts „1856“ und diverse Abnahmen. Perkussionsschloss mit Herstellerbezeichnung „Krone /Saarn“. Nussholzschaft mit zwei Riemenbügeln, Schlossgegenseite und Unterseite gestempelt. Ebenfalls gestempelte Eisen-/ Messinggarnitur und eiserner Ladestock. Schaft und Metallteile aufgefrischt. Auf der Kolbenkappe Truppenstempel „17.L.R.12.64.“ (17. Landwehr-Regiment, 1. Kompanie, Waffe 64). Alle Teile fachmännisch überarbeitet und mit kleinen Fehlstellen. Putz-/Ladestock fehlt. Oberring nicht ganz passend. Länge 145 cm. 328698 II - € 450 1593 1594 1595 1596 | 473

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