Los 41

Monumentale Grabhydria mit Naiskosszene, apulisch, Mitte 4. Jhdt. v. Chr.

Kunst und Antiquitäten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst | A92kua | Präsenzauktion | 485 Lose

Startpreis € 25.000

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Beschreibung

Zylindrischer Fuß mit weit ausladender Standplatte, deren Rand profiliert. Darüber über einer Kehlung der ovoide Bauch, der oben rund aber doch deutlich zur konischen, minimal eingezogenen Schulter umbricht. Diese geht mit einem kaum wahrnehmbaren Absatz in den doppelkonischen, einwärts gezogenen Hals über, der durch einen tellerförmigen Rand abgeschlossen wird, der eine profilierte, schräg nach unten verlaufende und leicht überhängende Randlippe besitzt. Im oberen Abschnitt des Bauches zwei gegenüberliegende, rundstabige horizontale Henkel mit nach oben gezogenen Seiten. Hinter der Schauseite, in der Mitte zwischen den beiden horizontalen Bauchhenkeln ein vertikaler, rundstabiger Henkel, der vom Hals aus, direkt unter dem Rand, hin zur Schulter, direkt oberhalb des Umbruchs zum Bauch, im Bogen verläuft. Innerhalb der von den Bauchhenkeln eingeschlossenen Fläche zwei sogenannte "Brennlöcher", die möglicherweise jedoch eher zur Befestigung von funeralem Schmuck wie Bändern oder Girlanden dienten. Das Gefäß mit einer üppigen, rotfigurigen Malerei bedeckt. Der Bauch unten mit einer schwarzen Zone, darüber ein Mäander. Darüber die Bildzone. Die Schauseite zeigt ein zweisäuliges Grabtempelchen (Naiskos) oberhalb eines Podestes mit Wellenranke, der Giebel mit Akroteren geschmückt. Im Inneren des Tempels die durch weiße Farbe als Verstorbene gekennzeichnete Dame. Sie trägt ein Diadem, ist mit einem Chiton bekleidet und sitzt auf einem Klapphocker. Flankiert wird sie von zwei Dienerinnen, gleichfalls in weißer Farbe, von denen eine ein geöffnetes Kästchen, die andere einen Fächer hält. Diese Figurengruppe entsprach real existierenden Grabstatuetten bzw. einem Grabrelief. Seitlich vier Frauenfiguren, die oberen sitzend, die unteren stehend, in roter Farbe. Sie halten diverse Gegenstände in den Händen, darunter Kästchen und Spinnrocken, oder sind durch frei im Feld aufgemalte Attribute in ihren Tätigkeiten charakterisiert. Obwohl der Blick dem Naiskos zugewandt ist, zeigen diese Frauengestalten keinerlei Anzeichen von Schmerz oder Trauer, sondern sind eher teilnahmslos und neutral auf ihr Handeln fixiert. Die rote Farbe kennzeichnet sie als "lebendig" und sie stehen wohl nicht für Angehörige der Toten, sondern für aktive Frauen in einer jenseitigen Sphäre, in welche die Verstorbene überführt werden soll. Hinter der Schauseite zwischen den Henkeln und auf der Rückseite vollflächig aufgetragen rote Palmetten auf schwarzem Grund. Der Hals durch einen Kranz mit weißen und roten Blättern verziert, der vorne oberhalb des Giebels des Naiskos mit einer Blüte versehen ist. Auf der Randlippe ein ionisches Kymation. Ein Prachtexemplar apulischer Grabkeramik von außergewöhnlicher Größe mit detailreichen Abbildungen. Aus Scherben vollständig wieder zusammengesetzt. An den Bruchstellen geringfügige Ausbesserungen der Malerei. Höhe 70 cm. Breite 50 cm.

Provenienz: Aus deutscher Privatsammlung, anschließend in deutscher Galerie, dann versteigert bei Christie's, New York. Mit italienischer Exportlizenz vom Januar 2021.

Zustand: II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Der Nachverkauf zu unserer Auktion "Kunst und Antiquitäten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst" vom 16. Mai 2022 hat bereits begonnen und läuft noch bis zum 30. Juni 2022. In dieser Zeit können Sie alle Lose zum Startpreis erwerben, zzgl. Aufgeld.