Los 53

Aschenkiste aus Marmor, flavisch, letztes Viertel des 1. Jhdts.

Kunst und Antiquitäten - Antiken, Asiatika und Russische Kunst | A92kua | Präsenzauktion | 888 Lose

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Beschreibung

Aschenkiste in Gestalt eines Miniatursarkophags aus zwei Teilen mit einer Breite von 31 cm und einer Tiefe von 24 cm. Die Höhe ohne Deckel 21,5 cm, mit Deckel 30 cm. Im Inneren des quaderförmigen Unterteils ein 28 cm tiefes Behältnis im Umfang von 17 cm x 22 cm. Die Innenwände des Behältnisses und der Boden vollständig mit Werkspuren des Meißels bedeckt. Die dicke Außenwand des Unterteils innen mit einer Randerhöhung, die in eine Nut auf der Unterseite des Deckels passt. Der Deckel in Gestalt eines niedrigen Satteldaches, dessen Ecken mit Akroteren verziert sind. Die Akrotere der Schauseite vorne und seitlich mit Palmetten. Das Innenfeld des Giebels der Schauseite zurückgesetzt, die Ränder mit einer Ritzlinie verziert. Mittig eine Muschel mit einem Frauenportrait, das sich durch eine für die Zeit der Flavier typische Frisur auszeichnet (Lockenturm oberhalb der Stirn und Flechtennest am Hinterkopf). Die Schauseite des Unterteils oben mittig mit einer gerahmten Schrifttafel mit vertieftem Innenfeld. Außen herum ein Relief: seitlich zwei Adler, die in ihren Schnäbeln eine Girlande halten, die unter der Schrifttafel durchhängt. Der Raum zwischen Unterkante der Schrifttafel und Girlande gefüllt mit einem Vogel, der Früchte aus einem umgekippten Korb pickt. Die Darstellung der Adler um die Ecke herum fortgeführt, aber nur noch mit Ritzlinien und nicht mehr im Relief auf vertieftem Untergrund. Die Inschrift nennt den mit 25 Jahren verstorbenen Lucius Sariolenus Achillaeus, den Angehörigen einer plebejischen Familie senatorischen Ranges, dessen Freund Gaius Octavius Mnestus die Herstellung der Aschenkiste besorgte: D(iis) M(anibus) L(ucio) SARIOLENO / ACHILLAEO / G(aius) OCTAVIVS / MNESTVS / AMICO B(ene) M(erenti) FECIT / VIX(it) AN(nos) XXV. Abgesehen von einem horizontalen Sprung im unteren Teil auf der Schauseite, der sich auf der linken Seite bis zur Mitte und auf der rechten Seite ganz durchzieht, ausgezeichnet erhalten. In den Vertiefungen der Buchstaben gut sichtbare Reste roter Pigmente. Veröffentlicht in der Zeitschrift "L' Année épigraphique" 2006, 1825.

Provenienz: Aus französischer Privatsammlung, erworben vor 2000.

Zustand: I - II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Die Auktion startet am Montag, den 16. Mai 2022 um 10:00 Uhr (Los-Nr. 1 - 891). Die Vorbesichtigung findet vom 9. - 14.05.2022 in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 11 bis 17 Uhr (MEZ) statt.