Los 2698

Villar Perosa Maschinenpistole Mod. 1915 mit Schildlafette

Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten | A92s | Präsenzauktion | 964 Lose

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Beschreibung

Kal. 9x19mm Glisenti, Nr. D1617, nicht nummerngleich, linkes Gehäuserohr mit Nummer und Kontrollstempel, rechtes Gehäuse ohne Nummer. Lauflänge je 315 mm, jeweils raue Seele. Die beiden Läufe außen und die Gehäuse partiell narbig, besonders das rechte Gehäuse. Ansonsten Stahlteile mit Resten der originalen Brünierung. Verschlüsse unnummeriert, das rechte Verschlussstück mit Korrosionsspuren im vorderen Bereich des Auswurffensters. Konstruktion von A. Revelli, hier Ausführung mit verzögertem Masseverschluss, nach einer Drehung von ca. 5° gleitet das Verschlußstück ca. 50 mm zurück und wirft die Hülsen nach unten aus. Das Bronze-Griffstück mit der Abzugseinheit verschließt die beiden Waffensysteme nach hinten, darauf geprägte ovale Kartusche mit Beschriftung "Officine / Villar Perosa", darunter Nummer "1843". Mit Wahlschalter "(S)icher / (F)euer". Die Daumenabzüge erlauben das unabhängige Abfeuern der beiden Läufe. Die schwarze Griffrohr-Ummantelung unbeschädigt. Dabei zwei 25-Schussmagazine. Als Lafette bzw Schießgestell fungiert hier der sehr seltene, originale, noch mit ca 60 % originalem, feldgrauem Anstrich versehene Schutzschild, der zur Aufnahme der Waffe eine kugelige (ballige) Bajonettaufnahme hat. Diese Aufnahme ermöglicht ein schnelles Aufstellen bzw. Zerlegen der Einheit Waffe/Schild, sowie einen vertikalen und horizontalen Schwenkbereich. Der Schild selbst besteht aus einer 70 cm breiten, 55 cm hohen und 8 mm dicken Stahlplatte, Gewicht ohne Waffe 27,5 kg, mit zwei einklappbaren Stützen. Gesamtgewicht mit Waffe 33,5 kg. Waffe mit Schild in dieser äußerst seltenen Konfiguration eine Rarität ersten Ranges. Trotz der Altersspuren ein museales Stück. Die Fundumstände des Ensembles beschreibt der Einlieferer wie folgt: "Im Einsatz unter General Armando Diaz 1917 an der 12. Isonzo-Schlacht bei Kobarid, wo die österreichisch-ungarische Armee die italienische Front durchbrochen hatte, kämpfte mein Urgroßvater als slowenischer Soldat der k.u.k. Armee an der Isonzo-Front. Der Frontbereich umfasste den Bereich entlang des Isonzo-Flusses (heute Soča) und des umgebenden Karstgebirges. Beim Durchbruch der Front bei Kobarid 1917 (12. Isonzoschlacht) war die Waffe auf italienischer Seite im Einsatz. Die Waffe kam bei diesen Gefechten in österreichischen Besitz. Nach Kriegsende nahm mein Urgroßvater die Villar Perosa samt Schild mit nach Hause. Dort wurde der Schild viele Jahre lang als Fenstersturz genutzt und ist deshalb relativ gut erhalten geblieben. Die Waffe hingegen wurde an verschiedenen Orten vom Dachboden bis zum Keller versteckt. Nach dem Tod meines Urgroßvaters hatte mein Großvater die Waffe legalisiert. Nach dessen Tod wiederum habe ich sie übernommen.".

WBK: Achtung - Erlaubnispflichtig - weitere Infos hier

Zustand: III + Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Die Auktion startet am Mittwoch, den 18. Mai 2022 um 10:00 Uhr (Los-Nr. 2001 - 2967). Die Vorbesichtigung findet vom 9. - 14.05.2022 in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 11 bis 17 Uhr (MEZ) statt.