Los 3325

Otto Fürst von Bismarck (1815 - 1898) - eigenhändiger und signierter Brief an seinen Anwalt in Schönhausen, datiert "Petersburg 7 Dez. 1860"

Orden und Militaria bis 1918 | A92m | Präsenzauktion | 349 Lose

Zuschlag € 7.000

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Beschreibung

Vierseitig eng in schwarzer Tinte beschriebener Doppelbogen (Maße 21,7 x 14,9 cm). Der damalige preußische Gesandte am Zarenhof in St. Petersburg Otto von Bismarck schreibt seinem Anwalt ob des Todes seines Gutsverwalters Bellin in Schönhausen, der wohl auch das Rittergut Kniephof (Hinterpommern) mitverwaltete und schon seinem Vater diente, und bittet den Anwalt, so "der junge Bellin" dies nicht machen könne, "die Zinsen des Weihnachtstermins zu berichtigen", zudem: "Da ich in Schönhausen niemand weiß, dem ich die Geschäfte Bellins [.] übergeben könnte, so muß ich Sie bitten daß Sie die Güte haben in meiner Vollmacht einen Theil derselben wahrzunehmen, namentlich den Empfang der Pachtgelder.". Außerdem schreibt ihm Bismarck: "was ich aber mit den anderen Reservaten anfange, die Bellin bisher nutzte, weiß ich noch nicht recht. Das Beste wäre, mit dem Pächter sich über dieselben zu verständigen, etwa auf Vertrag von Jahr zu Jahr mit angemessener Kündigungsfrist, da ich nicht vorhersehn kann, ob ich nicht über kurz oder lang aus dem Dienst trete, wo ich dann mein Haus würde bewohnen wollen.", er schließt mit "Euer Wohlgeboren ergebenster Bismarck". Minimale Randschäden, etwas gebräunt, rs. zwei kleine Tintenflecke. Das Schloss Schönhausen wie auch der Kniephof in Pommern waren bis 1945 im Besitz der Familie von Bismarck. Wichtiger Brief aus einer für Otto von Bismarck interessanten Zeit. Nach seiner Zeit als Bundestagsgesandter empfand Otto von Bismarck seine Ernennung zum Gesandten am russischen Zarenhof zunächst als Abschiebung und richtete seinen Ehrgeiz nicht nur auf eine baldige Rückkehr nach Preußen, sondern vielmehr auf dortige höchste Staatsämter. Schon nach rund zwei Jahren am Hof in St. Petersburg rechnete er - wie in dem Brief angedeutet - mit einer jederzeit erfolgenden Heimkunft. Nach einem kurzen Intermezzo als Gesandter in Paris sollte sich seine Hoffnung bald erfüllen, bereits im September 1862 wurde er zum preußischen Ministerpräsidenten ernannt.

Zustand: II Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Die Auktion startet am Donnerstag, den 19. Mai 2022 um 10:00 Uhr (Los-Nr. 3001 - 3351). Die Vorbesichtigung findet vom 9. - 14.05.2022 in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 11 bis 17 Uhr (MEZ) statt.