Los 1772

Ochsenhautbarren, Kupfer, ostmediterrane Spätbronzezeit, 16./15. - 11./10. Jhdt. v. Chr.

Kunst und Kunsthandwerk, Antiken | A80kua | Präsenzauktion | 852 Lose

Zuschlag € 15.000

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Beschreibung

Flacher, nahezu trapezförmiger Kupferbarren mit leicht einziehenden Längsseiten. Oberseite rau, Unterseite an einem Ende mit Markierung in Form zweier runder Kreise. Mittig gebrochen, ansonsten intakt. Grüne Patina. Größe 78,5 x 42 x 2-3 cm. Während der mediterranen Bronzezeit erreichten Produktion und Verbreitung von Metallen, insbesondere Kupfer, neue Dimensionen. Herausragende Zeugnisse dieses Prozesses sind die aufgrund ihrer Gestalt so genannten Ochsenhautbarren, die in relativ einheitlicher Form und in großer Menge vor allem - aber nicht nur - auf Zypern produziert wurden. Mit seinem Gewicht von 25,54 kg liegt dieser Kupferbarren gut in der Gewichtsspanne zwischen 20 und 32 kg aller bislang bekannten Barren. Der Schwerpunkt der Verbreitung liegt im östlichen Mittelmeerraum, wobei das Schiffswrack von Uluburun (Türkei) aus der zweiten Hälfte des 14. Jhdts. mit 354 Barren heraussticht. Doch auch im Depot von Oberwilflingen in Baden-Württemberg fanden sich Fragmente von mindestens zwei Ochsenhautbarren wohl zyprischer Herkunft. Andreas Hauptmann, Bob Maddin und Michael Prange haben herausgefunden, dass die ebenfalls ca. 25 kg schweren Barren aus dem Wrack von Uluburun mit geschmolzenem Kupfer aus wohl mehreren Tiegeln gleichzeitig in Ton-/Sandformen gegossen worden sind. Die Barren von Uluburun zeichnen sich zudem durch eine gewisse Porösität aus, die ebenfalls an der Bruchkante dieses Barrens zu beobachten ist. Umstritten ist, ob den Ochsenhautbarren aufgrund ihrer relativ einheitlichen Gestaltung bereits monetärer Charakter beizumessen ist. Vgl. A. Hauptmann/B. Maddin/M. Prange, On the Structure and Composition of Copper and Tin Ingots Excavated from the Shipwreck of Uluburun. Bulletin of the Amercan Schools of Oriental Research 328, 2002, 1-30. Provenienz:Privatsammlung in Süddeutschland. Erworben aus dem Nachlass eines Münchener Arztes. Von diesem 1986 im österreichischen Kunsthandel erworben, Zettel beiliegend. Zuvor, lt. mündlicher Mitteilung, Wiener Privatsammlung, erworben Ende der 1960er Jahre in der Galerie E. Richter, Wiener Neustadt. Zustand: II - Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Tag 1 unserer Präsenzauktion „Kunst und Kunsthandwerk, Antiken“ beinhaltet 856 Lose. Die Auktion startet am Mittwoch, den 13. Nov. 2019 um 10:00 Uhr mit unseren Antiken (Los-Nr. 1601 - 2132). Um 15:00 Uhr fahren wir dann mit Kunst & Kunsthandwerk fort (Los-Nr. 2201 - 2524). Die Vorbesichtigung findet vom Mittwoch, den 6.11. bis Sonntag, den 10.11.2019 n unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 14 bis 18 Uhr (MEZ) statt.