Los 798

Eiserne Gesichtsmaske eines römischen Soldaten, 1. Jhdt.

Kunst und Kunsthandwerk, Asiatika, Antiken | A90kua | Präsenzauktion | 876 Lose

Zuschlag € 58.000

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Beschreibung

Seltene und außerordentlich gut erhaltene eiserne römische Militärgesichtsmaske eines Kavalleriehelms. Das Scharnier oben an der Stirn (durch das sie mit der Helmkalotte verbunden war) gut erhalten, das Gesicht selbst mit mandelförmigen Augenöffnungen, breiten Nasenlöchern und einem leicht geöffneten Mund. Auf beiden Seiten unterhalb der Ohren am Rande ein Befestigungsknopf. Links vom Kinn Fehlstelle, sonst nur minimale Ausbrüche an den Rändern. Kleine Löcher im Bereich der Nase, unter dem linken Auge und am Kinn. Gute Eisensubstanz. Fachmännisch konserviert. Länge 21 cm. Breite 18 cm. Tiefe ca. 17 cm. Gewicht 227 g. Diese Gesichtsmaske gehört zu einer Gruppe von Gesichtsmasken, die für Kavalleriehelme des 1. Jhdts. n. Chr. typisch sind. Bekannt sind sie aus Grabfunden der ersten Hälfte des 1. Jhdts. wie z.Bsp. aus Chassenard, Frankreich (siehe: Masques De Fer: Un Officier Romain Du Temps De Caligula - Musée Des Antiquités Nationales De Saint-Germain-en-Laye. 6. November 1991 - 4. Februar 1992). Weitere berühmte Grabfunde römischer Auxiliare sind die Komplexe aus Hellingen, Luxemburg, eines gallischen Adligen der Treverer, der in der römischen Armee kämpfte (Jean Krier/François Reinert, Das Reitergrab von Hellingen. Die Treverer und das römische Militär in der frühen Kaiserzeit. Mit dem Beitrag von Rainer Fischer, Luxemburg 1993) oder der Helm aus dem Grab von Catalka, Bulgarien, der einem Kavallerieoffizier thrakischer Herkunft gehörte. Eine Übersicht über die Funde solcher Helme findet sich in M. C. Bishop/J. C. N. Coulston, Roman Military Equipment. 2. Auflage, London 2006, S. 103 ff. Die archäologische Überlieferung wird von Funden in den Gräbern lokaler Adliger dominiert, die in der römischen Armee als Offiziere im frühen Prinzipat dienten. In jedem Fall sind solche Masken, was ihre Überlebenschancen angeht, sehr seltene Objekte. Die Herstellung der Masken war ein schwieriger Prozess, der handwerkliches Geschick erforderte. Sie wurden nach der Gesichtsform der Personen modelliert. Die Eisenmasken wurden gehämmert und erforderten einen erfahrenen Schmied, während die Bronzehelme geprägt oder manchmal sogar gegossen wurden. Alle diese Masken wurden auf der Vorderseite gründlich ziseliert und erhielten ein prächtiges Finish.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Zustand: II - Fragen zum Los?

Allgemeine Informationen

Diese Auktion startet am Montag, den 22. Nov. 2021 um 10:00 Uhr (Los-Nr. 1 - 879). Die Vorbesichtigung findet vom 15. - 20. Nov. 2021 in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 11 bis 17 Uhr (MEZ) statt.