Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt

Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt

A94aw | Präsenzauktion

26. Oktober 2022 | Beginn: 10 Uhr (MEZ)

Unsere Auktion "Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt" umfaßt 332 Lose und findet am Mittwoch, den 26. Oktober 2022 in unseren Auktionsräumen in Grasbrunn bei München statt. Beginnzeiten, Vorbesichtigungsdaten sowie weitere Informationen finden Sie unten.

Auktionszeitraum

26. Oktober 2022  |  Losnr.: 3001 - 3332  |  Beginn: 10 Uhr (MEZ) 

Vorbesichtigung

Die Vorbesichtigung findet vom 17. - 21.10.2022 in unseren Auktionsräumen am Bretonischen Ring 3 in 85630 Grasbrunn / München von jeweils 10 bis 17 Uhr (MEZ) statt.

ACHTUNG: Wichtige aktuelle Informationen wegen COVID-19 finden Sie HIER

Versteigerungsort

Hermann Historica, Bretonischer Ring 3, 85630 Grasbrunn / München. 

ACHTUNG: Wichtige aktuelle Informationen wegen COVID-19 finden Sie HIER

Informationen
Artikel-Nr.: A94aw
Auktion: 94
Anzahl der Lose: 0
Fachthema: Alte Waffen
Beschreibung

Es freut uns, Ihnen in diesem Katalog zur Herbstauktion 2022 wieder einmal besondere Waffen und Rüstungen präsentieren zu können, die in ihrer Einzigartigkeit und Kunstfertigkeit die mannigfaltigen Zeitläufe der Geschichte in ganz eigener Art und Weise widerspiegeln. Die Losnummer 3136, ein geschlossener Helm, der in den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts angefertigt wurde, zeigt eindrucksvoll, wie sich die Bedürfnisse des Kriegers mit dem Kunstsinn der Renaissance in Einklang bringen ließen. Dieser Helm umschloss den Kopf des Trägers vollständig und beschützte ihn vor allen denkbaren Gefahren des Schlachtfeldes. Er sorgte mit seiner raffinierten Kombination aus Sicht- und Atemöffnungen und seiner ausgeklügelten Konstruktion zudem dafür, dass der Ritter seinen Kopf frei bewegen konnte und so seine Umgebung weitgehend uneingeschränkt wahrnahm. Der mechanisch-funktionellen Finesse nicht genug zeigt der reiche Schmuck aus geätzten und vergoldeten Verzierungen in Form von Portraitkartuschen, Fabelwesen und Rankenwerk die ganze fantasievolle Sprache der Renaissancekunst. Der Helm schützt aber natürlich nur den, zugegebenermaßen, wichtigsten Körperteil des Kämpfers – seinen Kopf. Erst ein Harnisch machte ihn zu einer nahezu unverwundbaren Macht im Getümmel der Schlacht. Der Harnisch musste den ganzen Mann umschließen, ihm dabei volle Beweglichkeit unter allen vorhersehbaren Umständen gewähren und natürlich auch gewissen ästhetischen Maßstäben gerecht werden. Der Plattenharnisch, dessen Ursprünge im 14. Jahrhundert liegen und der bis ins 16. Jahrhundert kontinuierlich weiterentwickelt wurde, trug diesen höchst unterschiedlichen Forderungen Rechnung. Er war in der Art, wie er den Körper seines Trägers umschloss und wie Bruno Thomas bereits um die Mitte des vorigen Jahrhunderts bemerkte, „eine allseits bewegliche Plastik“. Aber diese Plastik bestand nun einmal aus vielen einzelnen, teils sehr spezifischen Teilen, welche in der Vergangenheit nicht immer als Einheit bewahrt werden konnten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir Ihnen in dieser Auktion einen Harnisch präsentieren dürfen, der zwar zusammengestellt wurde, aber in seiner Gesamtheit ein authentisches, originales und eindrucksvolles Bild einer Rüstung der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bietet (s. Los 3133). Helme, Harnische und auch Schilde gehören zu den Waffen, welche letztlich dem Schutz, sprich der Verteidigung ihres Trägers, dienen. Schwerter hingegen waren Waffen der Offensive und sind bis heute von einem geradezu mystischen Nimbus umgeben. Wir bieten Ihnen ein fränkisches Schwert aus dem 10. Jahrhundert an (Los 3244), welches in der Werkstatt eines wahren Meisters entstand, der aus tordierten, flexiblen Damaststrängen und angeschweißten harten, widerstandsfähigen Schneiden eine Klinge schuf, um die sich Wikingeranführer und fränkische Fürsten gleichermaßen gestritten hätten. Fränkische Schwerter, noch dazu solche mit so reich verzierten Gefäßen versehe wie das in dieser Auktion angebotene, waren in ganz Europa hoch begehrt und den bedeutendsten und hochrangigsten Persönlichkeiten vorbehalten. Die Fechtkunst verfeinerte sich bis ins 16. Jahrhundert (und selbstverständlich darüber hinaus) immer mehr. Kämpften die fränkischen Ritter des Frühen Mittelalters noch mit breiten Schwertern in der rechten Hand und Schilden in der linken, so kämpfte der Mann des 16. Jhdts., in einen Harnisch gehüllt, oft mit einem Schwert in beiden Händen. Schwerter, die wie unser Exemplar zweihändig geführt wurden, nannte man in Italien „spadone“. Sie waren leicht, führig und außerordentlich beweglich und tödlich. Unser Schwert mit der Losnummer 3251 ist ein solcher Spadone – seine Form ist auf das absolut Wesentliche reduziert und strahlt dabei eine Eleganz aus, die jedem Liebhaber hochwertiger antiker Blankwaffen den Atem rauben wird. Wir freuen uns darauf, Sie zu unserer kommenden Auktion begrüßen zu dürfen und hoffen, Ihr Interesse an den oben beschriebenen und an vielen weiteren Schätzen, welche wir Ihnen anbieten können, geweckt zu haben.

 

Informationen
Artikel-Nr.: A94aw
Auktion: 94
Anzahl der Lose: 0
Fachthema: Alte Waffen